Eine Frau in Berlin – Anonyma

4. April 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

img_36581Hach ja, so schön sind ein paar freie Tage! Im Übrigen: So schnell lese ich nun auch wieder nicht, nur hatte ich „Eine Frau in Berlin“ als Parallellektüre zu „Zähne zeigen“ angefangen. Der Trend zum Zweitbuch, neu interpretiert.

Um was gehts? Eine anonyme Frau, Anfang 30, schreibt in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs Tagebuch. Sie beschreibt die letzten Tage mit Luftangriffen, den Einmarsch der Russen nach Berlin und die Kapitulation des Deutschen Reiches. Und es geht immer wieder um die Vergewaltigungen durch russische Soldaten. Was ihr und anderen Frauen zustößt, beschreibt sie ebenso nüchtern wie den Hunger, die Trümmer und die Zukunftsangst; sie berichtet aber auch von Hoffnungsschimmern, Zusammenhalt und ersten Lebenszeichen in der zerbombten Stadt.

Fazit: Ein sehr interessantes Buch. Zwar kennt man den geschichtlichen Rahmen noch aus dem Geschichtsunterricht (naja, man hat es mal durchgenommen, sagen wirs so), aber wie es wirklich zuging, das ist einem selten bewusst. Erstaunlich fand ich zuerst, wie extrem sachlich die Tagebuchschreiberin über die Vergewaltigungen berichtet – aber letzten Endes wird das wohl die einzige Möglichkeit gewesen sein, die man hatte, um nicht komplett durchzudrehen. Es entwickelte sich eine Art Galgenhumor unter dem Frauen, und die Frage „Wie oft hats dich erwischt?“ war ein normaler Gesprächsbeginn. Pragmatismus ist wohl das Stichwort, und es ist erstaunlich, wie die (meisten) Protagonisten doch immer weitermachen.

Die Autorin ist sicherlich nur eine unter vielen, aber ihre Aufzeichnungen helfen, zumindest ansatzweise sich vorstellen zu können, was der Krieg eigentlich für die Menschen bedeuten konnte.

ISBN: 3-442-73216-6

277 Seiten

btb

€9,00

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