Mord im Zeichen des Zen – Oliver Bottini

25. April 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

img_3706Ein Freiburg-Krimi! Das war auch der Hauptgrund dafür, dass ich mir dieses Buch bei Tauschticket angefordert habe, denn ein wenig Wahlheimat-Lokalkolorit musste mal sein.

Um was gehts? Louise Bonì hat nicht die beste Zeit momentan: Die Kommissarin der Freiburger Kripo hat ein Alkoholproblem, sie wurde von ihrem Mann verlassen und darüber hinaus lässt es ihr keine Ruhe, dass sie vor zwei Jahren bei einem Einsatz einen Menschen erschossen hat – auch wenn dieser ein junges Mädchen vergewaltigt und entführt hatte. Nun bekommt die Freiburger Polizei eine seltsame Anfrage: In Liebau, einem kleinen Ort östlich von Freiburg taucht ein asiatischer Mönch auf, nur in Kutte und Sandalen, und das im verschneiten Schwarzwald! Er spricht kein Deutsch und nur wenig Englisch, und auch die Vermittlungsversuche eines Japanisch-Dolmetschers bringen wenig. Der Mönch geht unbeirrt seinen Weg. Plötzlich wird auf zwei ihrer Kollegen geschossen, einer der beiden ist sofort tot. Louise erkennt: Irgendwas ist hier faul. Doch zu allem Überfluss wird sie vom Dienst suspendiert: Sie solle erst einmal ihr Alkoholproblem in den Griff bekommen. Trotzdem ermittelt sie auf eigene Faust weiter. Sie stattet dem elsässischen Zen-Kloster, in dem Mönch zuletzt gelebt hatte, einen Besuch ab – doch dadurch ergeben sich nur noch mehr Fragen: Welche Rolle spielt die Schweizer Kinderhilfsorganisation, die Adoptivkinder aus Asien nach Europa vermittelt? Und was hat es mit den drei osteuropäischen Männern auf sich, die angeblich in Mulhouse nach dem Kloster gefragt hatten?

Fazit: Es geht ein wenig schleppend los. Auf den ersten paar Seiten läuft einfach nur der Mönch durch den Schnee, und die Polizisten folgen ihm. Die Spannung kommt dann erst später ins Spiel, und das auch nur ganz, ganz allmählich.

Louise Bonì war mir auf irgendeine Weise sehr sympathisch, auch wenn ich es nicht an bestimmten Charakterzügen festmachen konnte. Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass sie sehr genau beschrieben wird und Bottini sich mit der Ausarbeitung seiner Protagonistin sehr viel Mühe gegeben hat. Das ist ein großes Plus dieses Buches, auch wenn die eigentliche Krimihandlung dahinter streckenweise ein wenig zurücktritt. Man sollte aber dazu sagen, dass man sich als Leser nicht daran stören sollte, wenn die über 40jährige Protagonistin davon fantasiert, wo sie gerne die Hände des jugendlichen Sushi-Verkäufers spüren würde…

Dieser Krimi ist zwar keiner von der Sorte, die es einfach nicht zulassen, dass man sie auch nur kurz aus der Hand legt, aber die Charaktere sind stimmig angelegt und die Handlung gewinnt gegen Ende schließlich auch an „drive“.

Ich denke, ich werde früher oder später mal die Folgebände lesen und kann auch diesen empfehlen – wenn auch mit der Einschränkung, dass man am Anfang ein wenig Geduld aufbringen muss.

ISBN: 3-596-16545-8

367 Seiten

Fischer Taschenbuch

€8,95

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