Reue – Susan Choi

9. Juli 2009 § 2 Kommentare

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Ach, ich bin mal wieder ratlos… Aber eins nach dem anderen, erstmal werde ich euch mal was über die Handlung erzählen:

Um was gehts? Professor Lee, der vor Jahrzehnten aus einem nicht näher benannten asiatischen Land in die USA kam, dort Mathematik studierte und schließlich eine Anstellung auf Lebenszeit an einer kleinen Universität im Mittleren Westen bekam, hatte bisher ein recht unauffälliges Leben: Er ist zweimal geschieden und lebt jetzt allein, zu seiner erwachsenen Tochter besteht wenig Kontakt, bei seinen Studenten ist er mehr der alte Professor, dessen Vorlesungen man besucht, zu dem man aber sonst keinen Kontakt hat. Ganz anders Lees Kollege Hendley: Jung, dynamisch und aufstrebend, noch dazu außerordentlich beliebt bei den Studenten, zieht er den Neid und die Bewunderung des älteren Kollegen auf sich. Als Hendley allerdings einem Briefbombenattentats zum Opfer fällt, wird Lee unfreiwillig von den darauf folgenden Ereignissen mitgerissen. Ist er zunächst der bedauernswerte Kollege, der im Nebenzimmer saß, als die Bombe explodierte, wird er schnell zum Verdächtigen, der vom FBI verhört wird.

Zur gleichen Zeit bekommt er einen Brief von Lewis, einem früheren Freundes aus Studienzeiten, mit dem er im Streit auseinandergegangen ist: Lee verliebte sich in Aileen, dessen Frau, welche sich von Lewis scheiden ließ und Lee heiratete. Dieser rechnete nicht damit, nach so langer Zeit noch von Lewis zu hören, und es lässt sich kaum sagen, was ihn in der Folge mehr aus der Bahn wirft: Die subtilen Anschuldigungen Lewis‘ oder die ganz konkreten Verdächtigungen des FBIs.

Fazit: Mit diesem Buch bin ich nicht so wirklich zurechtgekommen. Ich habe wohl den Fehler gemacht und einen großen Teil des Buches unterwegs gelesen, darüber hinaus war ich mit meinen Gedanken eher beim Semesterendstress und dem bevorstehenden Umzug. Und ich habe das Gefühl, dass man für diesen Roman vor allem Zeit und Ruhe, auch Muße genannt, sowie etwas Geduld, benötigt. Das Ganze ist eher ein psycholisches Porträt, denn der Protagonist Lee ist sehr genau und facettenreich beschrieben, dazu kommen zahlreiche Rückblenden, die nach und nach seine persönliche Geschichte aufdecken und teilweise seine Handlungen und Gefühle verstehen helfen. Aber für mich nur teilweise, denn irgendwie wurde ich mit Lee nicht so recht warm. Manchmal erregt er Mitleid, manchmal nervt er mit seinen seltsamen Gedankengängen, manchmal möchte man ihn für sein pessimistisches Denken schütteln – erst gegen Ende des Buches klart die (sonst fast durchgängig düstere) Stimmung etwas auf und es kommt eigentlich zu einem recht versöhnlichen Ende.

Ja, es gibt spannende Passagen, in denen sich manche Puzzleteile an ihren Platz fügen, und ich habe auch das dumpfe Gefühl, dass das hier ein wirklich gutes Buch ist, dass Susan Choi ihr Handwerk beherrscht, aber für mich wars wohl momentan nicht das Richtige. Ich würde sagen, das man es nur dann lesen sollte, wenn man grade für ein, zwei Wochen den Kopf frei hat, wenn man sich auf die Geschichte einlassen kann und auch diese düstere Stimmung ertragen kann.

Dieses Mal würde mich wirklich brennend interessieren, wie andere das Buch fanden. Also: Schnell ran an die Kommentare, wenn ihr was dazu zu sagen habt!

Und ich? Ich geh jetzt an mein Bücherregal und suche mir was weniger Anspruchsvolles raus. Und wohl auch ein etwas dünneres Buch dieses Mal. Ich glaube, für mehr reicht meine Geduld momentan nicht.

ISBN: 978-3-351-03239-5

480 Seiten

Originaltitel: A Person of Interest

Aufbau

€19,95

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