Devil’s Peak – Deon Meyer

16. September 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Um was gehts? Thobela ist ein ehemaliger Freiheitskämpfer, der in der Sowjetunion und der DDR im Kampf gegen die Apartheid ausgebildet wurde und sich nach einer kriminellen Karriere im „neuen“ Südafrika nun endlich mit seinem Sohn als Farmer niederlassen will. Doch die beiden geraten in eine Schießerei, und Thobela muss mit ansehen, wie sein Sohn von einer Kugel getroffen wird und stirbt. Das alleine wäre schon schlimm genug, aber die Täter können, kaum von der Polizei verhaftet und vor Gericht gestellt, wieder fliehen. Von der Justiz enttäuscht, schwört Thobela Rache: Er sucht systematisch diejenigen Täter auf, die sich an Kindern vergangen haben, die Pädophilen und Vergewaltiger, und tötet sie mit einem Assegai, einem traditionellen Zulu-Speer.

Detective Benny Griessel soll den Täter, den die Presse bald „Artemis“ nennt, stellen. Abgesehen davon, dass die Polizei in Kapstadt chronisch unterbesetzt ist, hat Griessel eigentlich genug eigene Probleme: Seine Frau hat ihn vor die Tür gesetzt, weil er Alkoholiker ist, und er muss sich der Erkenntnis stellen, dass er alles aufs Spiel gesetzt hat, was ihm wichtig ist: Seine Frau, seine Familie und vor allem seine beiden Kinder.

Darüber hinaus finden einige seiner Kollegen eigentlich gar nichts Schlimmes dabei, diejenigen zu töten, die sich an kleinen Kindern vergehen: Ist nicht eine lebenslange Haftstrafe noch zu gut für solche Menschen? Will nicht die Mehrzahl der Südafrikaner sowieso die Todesstrafe zurück?

Fazit: Wer Kapstadt kennt, muss nur dieses Buch lesen und ist wieder da. Alles sehr authentisch capetonian, mit hohen Wiedererkennungseffekt. Die Leute trinken Castle Lager, gehen einkaufen bei Pick’n’Pay und lesen Die Burger und The Argus, auf Kfm dudelt ein Liedchen, während die Polizei in Durbanville, Camps Bay, Parow und sonstwo ermittelt… Also: Alleine schon deshalb ist das Buch ganz toll und wird hiermit wärmstens allen empfohlen, die dieses schöne Fleckchen Erde kennen.

Nun, das ist ja schön, aber hat auch wer was davon, der noch nie dort war? Aber klar. Nämlich einen wirklich, wirklich spannenden Krimi, der mich praktisch von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Anfangs gibt es drei Handlungsstränge: Thobelas Geschichte und sein Rachefeldzug, die Handlung um Griessel und die Polizisten in ihren bisherigen Ermittlungen sowie Callgirl Christine, die einem Geistlichen ihre Lebensgeschichte erzählt. Wie das mit der restlichen Handlung zusammenhängt, kommt erst ein wenig später ins Spiel.

Als relativ untypisch für einen Krimi empfand ich, dass die Polizei erst mit einem anderen Fall beschäftigt ist, diese dann löst und dann erst allmählich in die Ermittlung des Hauptfalls einsteigt. Aber der Spannung tat das keinen Abbruch, keine Angst. Auch der Charakter von Benny ist sorgfältig ausgearbeitet, man kann seine Ängste gut nachvollziehen, aber gleichzeitig lenkt das alles nicht zu sehr von der Handlung ab.

Gerade das Finale war recht komplex geraten, so dass man sich zuweilen schon konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Das empfand ich aber eigentlich nicht als negativ.

Von Deon Meyer hatte ich bisher schon „Der traurige Polizist“ gelesen (dessen Protagonist, Mat Joubert, dieses Mal im Übrigen wieder auftaucht, da er Bennys Vorgesetzter ist), und ich bin mir jetzt sicher: Ich werde mir alle restlichen Bücher von ihn ebenfalls besorgen. Definitiv.

ISBN: 978-0340822661

416 Seiten

Deutscher Titel: Der Atem des Jägers

Hodder & Stoughton

€9,30

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