Verblendung – Stieg Larsson

23. Oktober 2009 § 2 Kommentare

Jaja, in Sachen Bestseller bin ich immer soooo ein Spätzünder. Aber sagte ich schon, dass es sich gut getroffen hat, dass es in der WG, wo ich grade wohne, ein gut bestücktes Bücherregal gibt, an dem ich mich bedienen kann? So kam ich also zu „Verdammnis“.

Um was gehts? Mikael Blomkvist ist Journalist bei „Millenium“, einer kleineren, kritischen Zeitschrift, und er  hat gerade einen Enthüllungsartikel über einen Großindustriellen geschrieben, wurde aber aufgrund dessen wegen Verleumdung zu drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt. Auch aus taktischen Gründen zieht sich Blomkvist von Millenium zurück und nimmt den Auftrag von Henrik Vanger an, der ein Firmenimperium besitzt und dessen Großfamilie wichtige Positionen in der schwedischen Gesellschaft besetzt. Mikael soll ein Jahr lang in Hedestad in Norrland wohnen und Henrik bei seiner Autobiografie helfen. So jedenfalls die offizielle Jobbezeichnung, denn noch wichtiger ist der zweite Teil des Auftrags: Mikael soll herausfinden, was mit Harriet geschehen ist, der geliebten Nichte von Henrik, die bei einem Familientreffen im Jahre 1966 spurlos verschwunden ist und seitdem nicht mehr wieder auftauchte. Sie ist offenbar ermordet worden, aber es fand sich keine Spur von ihr, und Henrik ist fast besessen davon, vor seinem Tod eine letzte Anstrengung zu unternehmen, vielleicht doch noch Licht ins Dunkel zu bringen.

Bei dieser Aufgabe bekommt Mikael Hilfe von Lisbeth Salander, einer sozial eher inkompetenten Hackerin, die aber ein Genie darin ist, an alle Informationen zu kommen, die sie haben möchte. Und so ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, ehe die beiden ein entscheidenden Hinweis bekommen: Harriet war einem Mörder auf der Spur gewesen, der seit den 1940er Jahren immer wieder Frauen getötet hatte – musste sie deswegen sterben?

Fazit: Die Geschichte um Mikaels Verurteilung und die Millenium-Redaktion bildet die Rahmenhandlung um die Suche nach Harriet, so dass man nicht direkt in die Krimihandlung einsteigt, sondern erst etwas gemächlicher mit allem und allen bekannt gemacht wird. Im Rückblick tut das der Qualität des Buches keinen Abbruch, aber anfangs hatte ich schon befürchtet, dass das der Grundtenor sein würde. Auch am Schluss wird die Spannung wieder etwas rausgenommen, weil der eigentliche Fall – Harriets Verschwinden – gelöst ist und sich die Handlung wieder auf die Geschehnisse rund um die Milleniums-Redaktion konzentriert. Also, das sollte man nur wissen, und es ist auch kein eigentlicher Kritikpunkt, da es sonst ein sehr spannender und gut gemachter Krimi/Thriller ist. Vielleicht nicht der allerbeste, den ich je gelesen habe, aber einer der besseren allemal. Die Verfilmung werd ich mir wahrscheinlich anschauen, und ich denke mal, die restlichen Bände der Trilogie kommen auch noch auf meine Leseliste.

ISBN: 978-3453432451

704 Seiten

Originaltitel: Män som hatar kvinnor

Heyne

€9,95

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