Die Teerose – Jennifer Donnelly

3. November 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Also, was sich da der Piper-Verlag als Klappentext-Überschrift ausgedacht hat, ist ja schon ziemlich daneben: „Jung, begehrenswert, schön und mittellos“… aber gut, zum Teil triffts die Handlung ja auch wirklich. Die Tatsache, dass ich das Buch jetzt zum zweiten Mal gelesen habe, mag dem geneigten Leser jedoch zeigen, dass es so schlecht nicht sein kann.

Um was gehts? Fiona Finnegan ist 17 und arbeitet als Packerin in einer Teefabrik im London der 1880er Jahre. Alle in ihrer Familie müssen hart arbeiten, damit es zum Leben reicht, aber es herrscht ein liebevoller Umgang und Zusammenhalt. Außerdem hat Fiona ja Joe, ihren Kindheitsfreund und ihre große Liebe – beide sparen schon seit langen auf ihren gemeinsamen Laden. Sie wollen diesen gemeinsam führen, heiraten und eine Familie gründen. Joe lernt das nötige Know-How im Gemüsehandel seines Vaters, und so scheint die Zukunft bereits vorgezeichnet zu sein: mit Glück, Liebe und vielleicht sogar bescheidenem Wohlstand. Doch dann schlägt das Schicksal wirklich hart zu: Fionas Vater, ein Dockarbeiter und Gewerkschaftsführer, kommt bei einem Unfall ums Leben. Ein wenig später sterben auch Fionas Mutter, ihre jüngste Schwester und ihr Bruder Charlie. Joe schließlich fällt einer Intrige zum Opfer und muss die Tochter seines Förderers heiraten. Nur Fiona und ihr kleiner Bruder Seamus sind übrig geblieben, und als Fiona noch zufällig erfährt, dass der Tod ihres Vater kein Unfall war, sondern von seinem Chef in Auftrag gegeben wurde, um die Ausbreitung der Gewerkschaften zu verhindern, hält sie nichts mehr in London.

Sie fasst einen Beschluss: Sie will nach New York fahren, dort lebt ihr Onkel Michael mit seiner Familie, er hat dort einen Laden, wo sie bestimmt willkommen ist und mithelfen kann. Doch Michael hat seine Frau verloren, er trinkt fast nur noch und kümmert sich nicht mehr um seinen verschuldeten Laden. Fiona spuckt jedoch in die Hände, und mit Hilfe ihrer neuen Freunde – allen voran ihr schwuler Freund Nick, als dessen Ehefrau sie sich ausgegeben hat, um überhaupt mit aufs Schiff nach New York zu kommen – baut sie den Laden wieder auf. Doch die Gedanken an Joe und der Wunsch, ihren Vater zu rächen, lassen sie nicht los, und so kommt sie nach zehn Jahren – jetzt als reiche Frau – zurück nach London, um ihre alten Rechnungen zu begleichen…

Fazit: Ich würde sagen, dass das hier ein schöner Schmöker ist für die Freizeit, auch für die Bahnfahrt zur Arbeit, weil man sich nicht sonderlich anstrengen muss, um der Handlung zu folgen bzw. wieder reinzukommen. Man sollte dazu sagen, dass die Handlung teilweise schon harte Kost ist, die ganzen Schicksalsschläge, die Fiona verkraften muss und so. Aber etwas genervt hat mich, dass sie so absolut gar keine Fehler hat (und wenn sie was falsch macht, sieht sie es gleich ein). Solche Protagonisten finde ich immer etwas anstrengend. „Die Teerose“ ist jedenfalls die richtige Wahl, wenn man mal die ganz großen Gefühle braucht: Liebe, Hass, Rachedurst, serviert mit einem gaaaanz kleinen Schuss Soft-Porno. Die paar Hundert Seiten verfliegen nur so, und danach ist die Welt wieder in Ordnung.

ISBN: 978-3492242585

685 Seiten

Originaltitel: The Tea Rose

Piper

€9,95

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