Bonsai – Christine Nöstlinger

17. September 2010 § Ein Kommentar

Vor kurzem auf Heimaturlaub, befand ich, dass ich mal wieder was von Christine Nöstlinger lesen müsste, die ich wirklich immer sehr gerne mochte. Und „Bonsai“, das noch im Regal unter diversen Kinderbüchern stand, bildet da wahrhaftig keine Ausnahme.

Bonsai heißt ja eigentlich Sebastian, aber seine Klassenkameraden nennen ihn so, weil er der Kleinste der Klasse ist. Mit genannten Klassenkameraden hat er eigentlich nicht viel zu schaffen, ihn bewegen andere Probleme. Die Existenz Gottes beispielsweise, oder andere philosophische Fragen. Oder das immer drängendere Problem, wie das eigentlich ist mit der Liebe. Denn Bonsai hat keine Ahnung, ob er nun auf Frauen stehen soll oder auf Männer. Und wie er das denn bitteschön herausfinden soll. Mit Pornoheftchen hat er es schon probiert, mit einer Besichtigung des Männerstrichs auch – nichts, was sein Blut besonders in Wallung gebracht hätte. Da muss also ein besserer Beweis her. Denn – so meint seine Cousine Eva-Maria – sollte man wissen, auf wen man steht, ehe man dann das „falsche“ Geschlecht heiratet und als schwuler Familienvater oder lesbische Mutter unglücklich wird.

Bonsai beschließt, dass es doch anhand des Geschwisterpaars Pribil am besten herauszufinden wäre – zwei bildhübsche Menschen, einmal in der männlichen, einmal in der weiblichen Ausgabe. Das müsste doch eigentlich die todsichere Methode sein… oder?

Bonsai ist manchmal mega-altklug, aber auf seine Weise trotzdem sehr sympathisch. Was mir gefallen hat, war, dass sich Nöstlinger dem Thema „sexuelle Orientierung“ so unverkrampft nähert. Schwul- oder Bi-Sein ist einfach eine Option unter anderen. Das find ich erstmal eine ganz gute Message.

Aber es geht nicht nur darum, viel eher ist dieses Problem eingebettet in einige andere Angelegenheiten, die der Bonsai so regeln muss: Das Leben mit seiner „Alleinerzieherin“ beispielsweise und das Verhältnis zu seinem Erzeuger inklusive dem ganzen Überbau an philosophischen Fragen, die sich ihm ständig stellen. Also auch durchaus ein paar der „normalen“ Teenie-Probleme, die in und mit einem Ensemble von meist lustigen und skurril-überzeichneten Figuren durchgespielt werden. Und die wienerischen Dialektausdrücke geben dem Ganzen dann noch seinen ganz eigenen Charme.

Ach ja: Das Ganze ist, wie ihr euch vielleicht denken könnt, eigentlich ein Jugendbuch, aber auch für Erwachsene ist es immernoch prima zu lesen und überaus empfehlenswert.

(sorry mal wieder für das fehlende Bild, leider hab ichs verpasst, von meinem Exemplar ein Foto zu machen, und besagtes Exemplar steht bei meinen Eltern…)

ISBN: 978-3407808400

245 Seiten

Beltz

€7,90

Advertisements

§ Eine Antwort auf Bonsai – Christine Nöstlinger

  • peter sagt:

    Ich habe gerade diesen Beitrag gelesen.
    Da ich dieses Buch auch gelesen hab woll ich auch mal meine meinung dazu sagen.
    Mir gefällt gas Buch sehr gut da es für meine alter, ich bin 16, sehr
    gut geeignet ist.

    Mit freundlichem gruß

    Leon Siegfried Peter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Bonsai – Christine Nöstlinger auf Besser lesen.

Meta

%d Bloggern gefällt das: