Der traurige Polizist – Deon Meyer

20. September 2010 § Ein Kommentar

Ich hab vor kurzem mal wieder ein bisschen Zeit in Kapstadt verbracht….. leider aber nur lektüretechnisch. Und zwar mit der erneuten Lektüre meines ersten Deon-Meyer-Buchs.

Auch wenn Südafrika eine enorm hohe Mordrate hat: Weiße Männer sind eher seltener die Opfer. Umso mehr stellt eine Mordserie in Kapstadt die dortige Mordkommission unter Leitung von Mat Joubert vor ein Rätsel: Die erschossenen Männer scheinen außer ihrer Hautfarbe keinerlei Berührungspunkte miteinander zu haben. Ein erfolgreicher Geschäftsmann ist darunter, aber auch ein klassischer Verlierer und Taugenichts. Ein heterosexueller Frauenheld ist ebenso Opfer wie ein Schwuler und ein Pfarrer. Doch alle werden mit der gleichen alten und entsprechend seltenen Pistole erschossen. Ernstzunehmende Zeugen gibt es nicht, Hinweise auf den Täter fehlen.

Zu allem Überfluss treibt zur gleichen Zeit auch noch ein Bankräuber am Kap sein Unwesen, der die Kassiererinnen immer „Süße“ nennt und nach ihrem Parfum fragt – oder sollte es vielleicht doch eine Verbindung geben zwischen ihm und dem Mörder?

Es scheint mittlerweile Standard bei Krimis zu sein, dass die Ermittler so ihre Problemchen mitschleppen. Mat Joubert hat da auch sein Päckchen zu tragen: Seine Frau Lara, wie er Polizistin, wurde vor zwei Jahren im Einsatz erschossen – ihren Tod hat Mat noch nicht ansatzweise verarbeitet. Dies und sein ungesunder Lebensstil führen zu einem Ultimatum seines Chefs: Entweder, er lebt gesünder und lässt sich psychologisch betreuen, oder er könnte seinen Job verlieren.

Dieser Deon Meyer hat mich damals angefixt, wenn man so sagen will. Auch wenn ich mich beim zweiten Lesen noch dran erinnern konnte, wer der Täter war, hat das doch nichts von der Spannung rausgenommen. Und das spricht ja eigentlich schonmal für sich. Die Krimihandlung, die privaten Probleme Jouberts sowie vereinzelte Anspielungen auf die Realität im Südafrika nach der Apartheid ergänzen sich ziemlich gut, wie ich fand – nichts lenkt zu sehr vom anderen ab, und die Grundspannung bleibt immer erhalten. Leseempfehlung für alle, denen auch nach der WM das Thema Südafrika nicht zum Hals raushängt!

Zeitlich liegt „Der traurige Polizist“ übrigens vor dem hier bereits rezensierten „Devil’s Peak“.

ISBN: 978-3746621708

452 Seiten

Originaltitel: Dead before Dying

Aufbau Taschenbuch

€9,95

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