Wilde Lupinen – Charlotte Link

27. September 2010 § Ein Kommentar

Teil zwei der Sturmzeit-Trilogie!

Felicia, die Patriarchin, begegnet uns natürlich auch hier wieder. Sie hat sich, dank bester Beziehungen auch zu hochrangingen Nazis, wieder von ihren Verlusten in der Großen Depression erholt und arrangiert sich scheinbar bestens mit dem Nationalsozialismus. So verweigert sie zwar stets den Hitlergruß, produziert aber gleichzeitig in ihrer Textilfabrik Uniformen für den nahenden Krieg. Für sie nicht unbedingt ein Widerspruch, Hauptsache das Geschäft stimmt.

Ihre Tochter Belle ist mittlerweile mit Max verheiratet, aber nicht wirklich glücklich. Schon bald hat sie dann auch eine Affäre mit Andreas, der jetzt aber auch nicht unbedingt der Traummann (weil Frauenheld und Unsympath) ist. Mit Belles Schauspielkarriere geht es auch nicht wirklich voran, insofern läuft es in jeder Hinsicht nicht sonderlich zufriedenstellend für sie.

Doch dann kommt der Zweite Weltkrieg, und der Schnitter Tod (haha, diesen Ausdruck sollte man mal wieder öfter verwenden!)  macht auch vor Felicias Familienclan nicht halt: Max fällt in Stalingrad, Felicias Bruder kommt bei einem Luftangriff ums Leben, ihre Großmutter und ihre Mutter sterben kurz vor dem Einmarsch der Russen in Ostpreußen und auch im weiteren Verwandten- und Bekanntenkreis gibt es Verluste und Schicksale zu vermelden.

Felicia muss mit einigen ihrer Verwandten sowie mit ihrem Exmann Alex, mit dem sie immernoch emotional verbunden ist, aus Ostpreußen fliehen; dort hatte sie bis zuletzt ausgeharrt, um ihrer schwerkranken Mutter beizustehen.

Maksim, immernoch Felicias große, unerreichbare Liebe, ist als Fluchthelfer im Untergrund tätig, und so beherbergt Felicia auch nebenbei immer wieder Juden und politische Flüchtlinge – dass ihre Tochter Susanne mit einem hochrangigen SS-Mann verheiratet ist, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Aber auch hier gilt wie beim Vorläufer Sturmzeit: Alles kann und will ich nicht wiedergeben, weil dafür doch viel zu viel passiert.

Auch der zweite Band der Trilogie hat mir wieder gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie der erste. Das lag vor allem wohl auch an dem deprimierenden Stoff. Und immerhin ist das eine Zeit, die selbst für meine Generation noch eher greifbar ist, da unsere Großeltern den Krieg und in manchen Fällen auch Flucht und Vertreibung erlebt haben. Ich finde, das macht es noch ein wenig anschaulicher. Felicia ist auch hier wieder so skrupellos wie gehabt, aber ihre bisher unerfüllte Liebe zu Maksim sowie die nicht wirklich greifbaren Gefühle für ihren Exmann Alex hinterlassen doch ihre Spuren.

Meine Empfehlung auch für den zweiten Teil, denn schließlich wollt ihr doch bestimmt auch wissen, wie es mit dem Clan hier weitergeht, oder?

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