Nördlich des Weltuntergangs – Arto Paasilinna

12. März 2011 § 3 Kommentare

Paasilinna ist ja einer das Klassiker der finnischen Literatur – Grund genug für mich, auch endlich mal etwas von ihm zu lesen.

Der letzte Wunsch des alten Kommunisten und Kirchenbrandstifters Asser Toropainen ist es, dass sein Enkel Eemeli für ihn eine Kirche errichten soll. Es trifft sich gut, dass Eemeli vom Fach und gerade arbeitslos ist – er sucht daher auf Assers Ländereien direkt nach dessen Tod ein geeignetes Plätzchen und wird auch sobald am Ukonjärvi in Nordfinnland fündig. Zusammen mit einigen Helfern wird eine kleine Holzkirche gebaut, die bald durch Rechtsstreitigkeiten mit der Protestantischen Kirche und dem finnischen Staat eine gewisse Berühmtheit erlangt. Einige Alternative (oder „Grüne“, wie es im Buch heißt) lassen sich auf der Suche nach dem naturnahen Leben in der Gegend nieder, und so entsteht bald ein richtiges Dorf – denn nicht nur den Alternativen erscheint das Konzept eines Selbstversorgerlebens abseits der Zivilisation verlockend. Von der heraufziehenden Weltwirtschaftskrise lassen sich die Bewohner von Ukonjärvi nicht beeindrucken, da sie alles, was sie zum Leben brauchen, selbst anbauen und herstellen können: Die Felder bringen Getreide, Kartoffeln und Kräuter, der See Fische und im Wald leben Elche, die man schießen kann. Insofern ändert sich der Lauf der Dinge auch so gut wie nicht, als der Dritte Weltkrieg beginnt und die Welt schließlich durch einen Kometeneinschlag untergeht…

Ja, in der Tat, eine sehr skurrile Geschichte. Lässt sich schnell und locker runterlesen – eine nette Lektüre für zwischendurch und nebenbei ein kleiner Einblick in die finnische Mentalität. War sicher nicht mein letztes Buch von Paasilinna.

ISBN: 978-3404921928

317 Seiten

Originaltitel: Maailman paras kylä

Bastei Lübbe

€7,99

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§ 3 Antworten auf Nördlich des Weltuntergangs – Arto Paasilinna

  • robrandall sagt:

    Der Roman war mir bisher unbekannt, danke! Inwieweit steht den der Kometeneinschlag im Zentrum der Handlung?

  • Julia sagt:

    Der Kometeneinschlag ist nicht sehr zentral sondern eher ein Höhepunkt gegen Ende der Geschichte – die Handlung beginnt harmlos aus Aussteigergeschichte, dann kommen ein paar politische Unruhen in Europa dazu, daraus wird der Dritte Weltkrieg und schließlich schlägt besagter Kometen auf der Erde ein. Ich glaube, ein mit Atombomben bestücktes Flugzeug stürzt auch noch ab… 😉
    Der Witz dabei ist, dass diese ganzen Geschehnisse das Dorf der Aussteiger ziemlich unberührt lässt; dort geht alles seinen gewohnten Gang, während die Welt außenrum aus den Fugen gerät.
    Wenn du dich auch für eher skurrile und lustige Geschichten begeistern kannst, würde ich dir das Buch trotzdem empfehlen.

  • robrandall sagt:

    Ich werde es mir mal anschauen 🙂 Kling wirklich skurril – und anders. Vielen Dank für die Informationen!

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