Abgebrochen: Mannen som dog som en lax – Mikael Niemi

18. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mit diesem Buch hatte ich im Nachhinein betrachtet viel zu viel Geduld – schon nach etwa einem Drittel passiert eigentlich nichts mehr Nennenswertes, und so habe ich dann nach ca. der Hälfte abgebrochen.

Es fängt an wie ein ganz normaler Krimi: Eine Mitarbeiterin des kommunalen Pflegedienstes von Pajala in Nordschweden entdeckt die Leiche von Martin Udde in seinem Haus. Udde wurde mit einer Hechtgabel erstochen. Er war scheinbar ein recht schwieriger Zeitgenosse, und so fehlt es nicht an Verdächtigen für diese Tat. Die örtliche Polizei erhält bei der Suche nach dem Täter Unterstützung von Therese Fosness von der Rikskrim in Stockholm, die allerdings so ihre Schwierigkeiten hat: Obwohl sie sich noch in Schweden befindet, muss sie zu Verhören des Öfteren Dolmetscher mitnehmen, weil sich manche Verdächtige oder Zeugen schlicht weigern, mit ihr auf Schwedisch zu kommunizieren – Meänkieli ist die Umgangssprache der Leute dort, und am ehesten ähnelt das dem Finnischen. Und Therese spricht oder versteht weder das eine noch das andere. Es geht also auch immer um solche Sachen wie den Umgang mit anderssprachigen Minderheiten und die spezielle Mentalität der Leute dort im Hohen Norden. Dann wird noch ein wenig Polizeiarbeit gemacht, es werden ein paar Leute verhört, ein paar Unschuldige wieder freigelassen und dann fliegt Therese wieder zurück nach Stockholm, die Geschichte ist noch nichtmal bei der Hälfte angelangt und man kommt sich etwas verarscht vor, weil es keine Anhaltspunkte darauf gibt, dass hier noch irgendetwas kommt. Ich wollte der Geschichte noch eine zweite Chance geben, aber es passierte und passiert einfach nichts mehr. An sich ist das ja nicht so tragisch, es darf ja durchaus mal etwas ruhiger werden zwischendurch, wenn nur die Charaktere interessant oder sympathisch sind oder die Zwischenhandlung für sich gut zu lesen ist oder in irgendeiner Weise mit der Haupthandlung in Zusammenhang steht. Hier geht es aber um irgendwelche Sexgeschichten Thereses (Therese mochte ich eh nicht so gern) und dass sie mit ihrer Mutter Käffchen trinken geht. Und dass sie mit einem Kollegen in die Sauna geht und dabei über dessen primäres Geschlechtsorgan sinniert. Alles klar. Schließlich war ich so aus der eigentlichen Geschichte draußen und auch nicht mehr daran interessiert, wie es weitergeht, dass das Buch zurück ins Regal wanderte.

Was man außerdem wissen sollte: Es geht, wie schon angedeutet, sehr ausführlich um die Sprache, die Mentalität und die Gebräuche der Menschen in dieser Region. Das war schon noch ganz interessant, Niemi selbst kommt ja von dort und weiß Bescheid. Skandinavisten, Finno-Ugristen und Skandinavienfreunde haben damit sicherlich ihren Spaß (vor allem deswegen, weil immer wieder Sätze auf Meänkieli eingestreut sind – weiß allerdings nicht, ob das in der deutschen Übersetzung so beibehalten wurde). Für Leute, die sich nicht sonderlich für diese Thematik interessieren, könnte es zusätzlich langatmig werden.

Die einzige Tatsache, die mich etwas versöhnt, war, dass ich mal wieder ein bisschen was auf Schwedisch lesen konnte. Aber sonst… Für Bücher, die ganz gut anfangen, dann aber zur Mitte hin langweilig werden, habe ich momentan überhaupt nix übrig und auch zu wenig Zeit. Nej tack.

ISBN: 978-9170015007

336 Seiten

Deutscher Titel: Der Mann, der starb wie ein Lachs

Månpocket

€9,00 (Preis für die deutsche TB-Ausgabe)

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