Gastrezension: Aschenputtel – Kristina Ohlsson

7. Januar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Bloggerin und passionierte Leserin hat natürlich in ihrer Wahrnehmung einen Filter, der alle Statusmeldungen und Meinungen zum Themenkreis „Bücher und Lesen“ mit höchster Priorität versieht. Als dann meine Freundin Janina neulich bei Facebook schrieb, sie würde gerade mit Freude „Aschenputtel“ von Kristina Ohlsson lesen, dachte ich natürlich: „Gastrezension!“ Ich habe sie gefragt, und prompt hat sie eine geschrieben! Bitteschön:

Es ist Sommer in Schweden, als ein kleines Mädchen spurlos aus einem Zug verschwindet. Ein paar Sandalen – das ist alles, was von dem Kind im Zugabteil gefunden wird, und obwohl der Zug voll besetzt war, hat niemand gesehen, wie das Mädchen verschwand und wer es  mitgenommen hat. Zunächst glaubt das Ermittlerteam um Kommissar Alexander Recht, es handele sich um einen Routinefall. Als jedoch die Mutter des Mädchens eine grausige Postsendung erhält, überschlagen sich die Ereignisse und die Stockholmer Polizei sieht sich mit einem Täter konfrontiert, der nicht nur kaltblütig vorgeht, sondern auch jegliche Spuren zu verwischen weiß. Da ist auch der analytische Verstand von der neuen Kollegin Fredrika Bergman gefragt, obwohl ihre Kollegen bei der Stockholmer Polizei mit ihrer Arbeitsweise noch einige Probleme haben.

Kristina Ohlsson gelingt es, eine spannende Kriminalgeschichte so langsam zu entfalten, dass es dem Leser erst genauso spät wie den Ermittlern dämmert, wer der Täter oder auch was überhaupt sein Motiv sein könnte. Scheinbar zusammenhangslose Verbrechen ergeben am Ende ein ebenso faszinierendes wie erschütterndes Muster und führen zu einem Täter, dessen Vergangenheit ihn selbst zum Opfer gemacht hat.

Perspektivenwechsel und eine einfühlsame wie humorvolle Darstellung der einzelnen Charaktere und dem Spannungsverhältnis zwischen ihren Privatleben und ihren beruflichen Verpflichtungen lassen diesen Roman zu weit mehr werden als der Erzählung eines Kriminalfalls. Er beleuchtet die Abgründe menschlicher Gefühle und Motivationen und lässt den Leser mit dem unguten Gefühl zurück, dass selbst die schlimmsten Motive wenn nicht nachvollziehbar, dann doch erklärbar, werden könnten.

Janina Ziesche

ISBN: 978-3-8090-2591-7
480 Seiten
Originaltitel: Askungar
Limes
€19,99
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