Das Buch des Teufels – C.J. Sansom

20. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich weiß, ich habe mein Blog in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Erst Prüfungs- dann Umzugsstress, wer soll sich denn da bitteschön auch noch Rezension auszudenken? Jetzt, wo das Schlimmste (gut, es gibt natürlich immer Schlimmeres als einen Umzug – aber in dem Moment, wo man mittendrin steckt, ist man da manchmal etwas anderer Meinung 😉 ) erstmal vorbei ist, will ich mich wieder den schönen Dingen widmen (und hoffen, dass ich tatsächlich mal ein paar wirklich freie Tage genießen kann…). Also:

Wie ich irgendwann zwischendrin merkte, ist „Das Buch des Teufels“ bereits der vierte Teil einer Serie rund um den buckligen Rechtsanwalt Matthew Shardlake, der im 16. Jahrhundert zu Zeiten des Ehefrauen-verschleißenden Königs Heinrich VIII. in England lebt. Aber bis auf einige wenige Anspielungen war es kein Problem, so mittendrin einzusteigen (soviel zum nötigen Vorgeplänkel bei Büchern, die zu einer Reihe gehören).

London erlebt im Jahr 1543 unruhige Zeiten – auf der politischen Bühne werden die Machtkämpfe zwischen Katholiken und Anhängern der Reform Martin Luthers immer heftiger. Matthew bekommt den Fall eines jungen Mannes übertragen, der in eine Art religiösen Wahn verfallen ist und daher in das berüchtigte Irrenhaus Bedlam eingewiesen wurde. Wenn er in der Öffentlichkeit durch seine religiösen Reden auffiele, würde ihm eine schwere Strafe drohen, obwohl er offensichtlich psychisch krank ist. Dies zeigt schon, wie konfliktträchtig das Thema Religion ist und wie umsichtig Matthew agieren muss, um das Bestmögliche für den Jungen herauszuholen.

In dieser sowieso schon angespannten Situation geschehen eine Reihe grausamer Morde, denen auch ein sehr guter Freund Shardlakes zum Opfer fällt. Es stellt sich heraus, dass dieser bereits der dritte Mord war – und schnell erkennen Shardlake und seine Kollegen ein Muster: Der Täter orientiert sich offenbar an der Bibel und empfindet biblische Strafen für die Sünden der Menschheit in seinen Taten nach.

Es gilt, ein Muster zu finden, nach dem der Täter seine Opfer aussucht, und es gilt, schnell zu sein, denn die Abstände zwischen den Taten werden immer kürzer. Als Matthew und mehrere Menschen aus seinem nächsten Umfeld angegriffen und verletzt werden, ist klar, dass der Täter weiß, wer gegen ihn ermittelt – und dass immer genau darüber im Bilde ist, welche Schritte seine Gegner als nächstes machen werden.

Alles in allem hat mir das Buch ziemlich gut gefallen. Mir war nach genau so einem historischen Schmöker und ich habe auch das bekommen, was ich mir vorgestellt hatte. Die Mischung aus Zeitkolorit und Krimi fand ich gelungen, Sansom schafft es ganz gut, die damalige Zeit wieder aufleben zu lassen. Auch hier hätte es für mich persönlich gerne die ein oder andere genaue Beschreibung der Morde weniger sein dürfen (bzw. es hätte etwas weniger detailreich sein können), aber momentan scheint das wohl irgendwie mein Händchen zu sein. Abgesehen davon hab ich aber eigentlich nix zu meckern – vielleicht nehm ich mir die Reihe ja bei Gelegenheit nochmal vor und fange mit dem ersten Band an. Matthew Shardlake mochte ich ganz gerne, und die Anspielungen, die hier auf vergangene Fälle eingestreut waren, haben mich jetzt doch etwas neugierig gemacht.

Na, mal sehen, wann ich mal Zeit dazu finde, bisher war ich ja nie so die Serienleserin… 😉

ISBN: 978-3596186716
647 Seiten
Originaltitel: Revelation
Fischer Taschenbuch
€9,95
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