Abgebrochen: Assassini – Thomas Gifford

26. September 2012 § Ein Kommentar

Das Buch war ein Zufallsfund im Bücherschrank im Mannheimer Luisenpark. Zum Glück, dass ich dafür nicht auch noch Geld ausgegeben habe…

Papst Calixtus liegt im Sterben, hinter den Kulissen im Vatikan werden schon die Strippen gezogen für den Nachfolger, als am selben Tag gleich drei Morde an Kirchenleuten passieren: Der einflussreiche Curtis Lockhardt, ein Priester und die rebellische Nonne Val werden getötet, und laut Zeugenaussagen war der Täter jedes Mal ebenfalls ein Priester oder jedenfalls als ein solcher verkleidet.

Vals Bruder Ben (selbst ein ehemaliger Jesuit) will der Sache auf den Grund gehen und beginnt zu ermitteln. Val hat ihm ein altes Foto hinterlassen, auf dem vier Männer zu sehen sind – einer von ihnen ist ein Priester, der ihrer Familie gut bekannt ist. Vals Aktentasche bleibt dagegen verschwunden. Ben erfährt, dass sie in den Wochen vor ihrem Tod unter anderem in Ägypten Recherchen betrieben hatte und gegenüber Vertrauten Bemerkungen fallengelassen hatte, die darauf hindeuten, dass sie irgendeiner großen Sache auf der Spur war.

Das ist so gut wie alle Handlung, die auf den ersten 254 (!) Seiten ausgebreitet wird. Und wenn ich sage: ausgebreitet, dann meine ich das exakt so. Gifford hat wohl bei seinen Recherchen zu diesem Buch jede Menge Material gefunden, um das es ihm irgendwie zu schade gewesen wäre, hätte er es nicht noch verwursten können. Und das macht dieses Buch so laaaaangatmig. Nur ein Beispiel: Ben fliegt schließlich nach Alexandria (kurz nachdem er von ebendiesen mysteriösem „Priester“ a.k.a. mutmaßlichem Täter beim nächtlichen Schlittschuhlaufen (sic) niedergestochen wurde – is klar), und anstatt dass es jetzt eeeendlich mal losgeht mit der Action, wird erstmal ein kleiner Exkurs über die Geschichte Alexandrias eingeschoben. Und als Ben im Hotel ankommt, was erwartet ihn und die Leserin dort? „Der Fußboden meines Zimmers bestand aus Hartholz und war so gründlich gebohnert, daß er matt schimmerte.“ Orrr. An dieser Stelle wars das mit dem Buch und mir, denn es hat insgesamt 813 Seiten und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das noch wird.

Und an dieser Stelle habe ich noch gar nichts über die hölzernen Dialoge geschrieben. Also: Die Dialoge sind wahnsinnig künstlich und hölzern. Niemand redet so, nichtmal irgendwelche abgehobenen Kirchenleute.

Erwartbares Fazit also: Wenn es weit und breit das einzige Buch ist, das man kriegen kann, meinetwegen, aber darüber hinaus muss man das wirklich nicht lesen.

ISBN: 3-404-13509-1
813 Seiten
Originaltitel: The Assassini
Bastei Lübbe
€9,99
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