Auf die feine Art – Leena Lehtolainen

23. Oktober 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Maria Kallio ist bei ihren zweiten Fall zwar nicht mehr als Polizistin tätig, sondern als Anwältin – aber irgendwie auch noch nicht so richtig. Ich verstehs nicht, aber ist ja auch egal.

Jedenfalls hat sie ihr bisheriges überzeugtes Singleleben gegen ein Zusammensein mit Antti eingetauscht, den sie im Laufe des letzten Falles kennengelernt hat und der über die Heirat seiner Schwester mit einem Sproß aus einer reichen Familie Zugang zu den besseren Kreisen Helsinkis hat. Ich musste für mich erstmal die Verwandtschaftsverhältnisse sortieren, werde sie aber hier auch nicht weiter ausbreiten. Jedenfalls sind die beiden auf einem Familienfest eingeladen, wo sich Maria mit Armi unterhält; beide machen aus, dass sie sich gleich am nächsten Tag bei Armi treffen wollen – Maria könnte auf Armis Nähmaschine einen Rock umändern und beide könnten ihre Mädelsgespräche fortführen. Armi macht da auch schon Andeutungen, dass sie gerne ein paar Dinge mit Maria besprechen würde.

Doch als Maria bei Armi auftaucht, liegt diese erwürgt im Garten. Schnell wird Armis Freund Kimmo als Tatverdächtiger verhaftet, da dieser das Pech hat, sich kurz vor der Tat mit Armi gestritten zu haben und zudem noch eine BDSM-Neigung zu haben – was ihn natürlich hööööchst verdächtig macht, klar (jo, da war halt Fifty Shades of Grey noch nicht erschienen und Sadomaso noch kein Trend, sondern anrüchig). Maria traut dem ganzen noch nicht so ganz und da ihr Anwaltsbüro Kimmo vertritt, sucht sie nach Beweisen für dessen Unschuld. Bald kommen nicht nur erste Ungereimtheiten ans Licht, sondern auch andere potenzielle Verdächtige. Innerhalb dieser verzweigten Familie gibt es so einige Leichen im Keller und offensichtlich soll Maria nicht allzu viel graben: Sie erhält einen Drohanruf und ihr Fahrrad wird so manipuliert, dass sie einen Unfall baut, der nur mit viel Glück glimpflich ausgeht. Dieser Widerstand stachelt sie nur weiter an, denn sie ist sich sicher: Armi musste deswegen sterben, weil sie Dinge wusste und weitersagen wollte, die besser geheim bleiben sollten.

Maria wurde mir mit diesem Fall noch etwas sympathischer, auch wenn ich glaube, dass sie nicht jedermanns Fall sein wird. Sie ist und bleibt halt eine toughe Frau, die gerne mal einen über den Durst trinkt und nicht auf den Mund gefallen ist. Ich fand es schön, dass zwar ihr privates Glück immer wieder angedeutet wird, aber nicht allzu viel Platz einnimmt. Alles andere hätte auch nicht zu ihr gepasst.

Der Fall war, wie oben bereits angedeutet, recht verwickelt, so dass es mir manchmal schwer gefallen ist, den Überblick über alle Personen und deren Beziehungen zu behalten. Zudem gab es ein, zwei Stellen mit leicht unlogischen Wendungen. Das ist auf jeden Fall eine Schwäche dieser Geschichte.

Unterm Strich ist das jedenfalls trotzdem ein guter und spannender Krimi und eine würdige Fortsetzung des ersten Teils. Es mag zwar spannendere und ausgeklügeltere Fälle geben, aber irgendwie mag ich diese Reihe bereits. Freue mich auf Nummer drei!

ISBN: 978-3499230899
256 Seiten
Originaltitel: Harmin paikka
rororo
€8,95
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