Die Tochter des Fotografen – Kim Edwards

11. November 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich spare mir dieses Mal einfach das Vorgeplänkel, in dem ich meine Blogunlust erkläre – das kommt ja hier mit schöner Regelmäßigkeit vor und muss nicht mehr weiter verwundern… Stattdessen steige ich lieber direkt in die Rezension ein.

In einer verschneiten Winternacht Anfang der 1960er Jahre hilft der Arzt David seiner Frau Norah bei der Entbindung ihrer gemeinsamen Zwillinge. Ihr Glück scheint perfekt, als zuerst ein gesunder Junge zur Welt kommt – doch als er die dazugehörige Schwester in den Armen hält, sieht David, dass sie anders ist als ihr Bruder: Sie hat das Downsyndrom. David entscheidet schnell und ohne Norah einzubeziehen, die noch in der Narkose liegt: Er übergibt seine Tochter der anwesenden Krankenschwester Caroline und trägt ihr auf, sie in ein Pflegeheim für behinderte Kinder zu bringen.

Norah erfährt von David kurz danach, dass ihre Tochter – sie nennen sie Phoebe – tot auf die Welt kam und sie leider nichts mehr für sie tun konnten. Norah leidet sehr unter dem Verlust, daran kann nicht einmal eine inszenierte Trauerfeier etwas ändern. In den folgenden Jahren beginnt Norah zu trinken und beide schlittern in eine Ehekrise. Dazu kommen Davids Probleme mit seinem Sohn Paul. Dieser entwickelt sich ganz anderes als von David gewünscht, ist musisch begabt und will später als Künster sein Geld verdienen.

Norah versucht ihre Unruhe und Unzufriedenheit mit unterschiedlichen Affären zu betäuben, später beginnt sie wieder zu arbeiten und macht schnell Karriere. David derweil beginnt fast obsessiv zu fotografieren – er will jeden Moment festhalten und scheint damit irgendetwas kompensieren zu wollen, was ihm in seiner Familie und seiner Ehe verloren gegangen ist. Er kämpft mehrmals mit sich, Norah das Ganze zu beichten, doch da die beiden kaum mehr als die alltäglichen Notwendigkeiten miteinander besprechen, scheitert dieses Vorhaben.

Caroline konnte sich derweil nicht durchringen, Phoebe in dem Heim abzugeben – zu schrecklich scheinen ihr die Zustände dort zu sein. Sie ist alleinstehend und zieht Phoebe alleine groß. Sie entwickelt sich zu einer kämpferischen Frau, die sich entschieden für Phoebes Recht auf eine möglichst umfassende Teilnahme am öffentlichen Leben einsetzt. Sie schreibt David ab und an Briefe und schickt Fotos, um ihm von Phoebes Entwicklungen zu berichten. Jedoch verschleiert sie immer ihren Wohnort – sie möchte nicht, dass David auf die Idee kommen könnte, Phoebe besuchen oder sie gar wieder in seine Familie aufnehmen zu wollen, schließlich ist Phoebe ihr mittlerweile wie eine leibliche Tochter. Und so möchte man die Protagonisten gelegentlich schütteln, sie mögen sich doch bitte wie vernünftige erwachsene Menschen verhalten und endlich miteinander reden. Aber gleichzeitig versteht man, dass jeder hier seine Motive hat, eben dies nicht zu tun…

Die Geschichte ist ja wirklich ganz nett, war mir aber stellenweise zu kitschig. Zum Teil verliert sich Edwards in unnötigen Nebenhandlungen, bei denen man zunächst vermutet, dass sie irgendwie bedeutsam sind, die sich dann aber doch irgendwie wieder verlieren. Weniger Seiten wären hier mehr gewesen.

ISBN: 978-3746624440
540 Seiten
Originaltitel: The Memory Keeper’s Daughter
Aufbau Taschenbuch
€9,90
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