In freiem Fall – Gianrico Carofiglio

21. April 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_6692Momentan scheine ich ein Talent dafür zu haben, Reihen bzw. Serien irgendwo in der Mitte anzufangen. Das liegt alles an bereits erwähnter Regalausmistaktion meiner Tante. Aber soweit ich das beurteilen kann, ists auch hier nicht allzu schlimm, zwischendrin einzusteigen.

Protagonist ist der Anwalt Guido Guerrieri, der gleichzeitig Ich-Erzähler ist. Er bekommt eines Tages die Anfrage, ob er nicht eine Frau dabei vertreten wolle, ihren Ex-Freund wegen häuslicher Gewalt vor Gericht zu bringen. Der Haken dabei? Besagter Ex ist Sohn eines angesehenen Richters in Bari – ein Prozess gegen ihn wäre aussichtslos, kein anderer Anwalt will Martina Fumai vertreten (der Filz, der Filz…). Doch Guido will der Frau helfen, alleine schon aus Gerechtigkeitsgefühl und weil er von Martinas Begleitung fasziniert ist: Die Nonne Claudia hat sie zu dem Anwalt begleitet, sonst arbeitet sie in dem Frauenhaus, in dem Martina untergekommen war. Claudia ist nicht wirklich eine typische Nonne, sie trägt nichtmal Habit. (Was ist das eigentlich immer mit den Nonnen, die nicht wirken wie Nonnen und deswegen angeblich so fasznierend wirken? Irgendwie ist mit das schon öfter mal untergekommen. Hat das man jemand untersucht, woher genau das kommt? Exkurs Ende)

Unterstützt nur on der Staatsanwältin Alessandra Mantovani macht sich Guido also an die Arbeit, von der ich gar nicht allzu viel erzählen möchte – ein bisschen Spannung soll schließlich noch bleiben.

„In freiem Fall“ ist eine eher klassische Anwalts- bzw, Gerichtsstory, die zwar nicht mit besonderen oder spektakulären Wendungen aufwartet, die aber trotzdem (oder deswegen?) schön  und interessant zu lesen ist. Guido ist sehr sympathisch und kommt einem auch menschlich näher, das mochte ich gerne. Was mich nur ein wenig gestört hat, waren kurze Passagen über Guidos Privatleben, die eigenartig in der Luft hängen – das sie nicht direkt mit dem Fall in Verbindung stehen, ist gar nicht mal tragisch, aber oft sind es nur Episoden über wenige Absätze und man fragt sich, wozu das jetzt erzählt wurde. Auch die manchmal etwas hölzerne Sprache (oder Übersetzung?) hat meinen Lesefluss manchmal ein klein wenig gestört.

Aber was solls: Schöne Geschichte, sympathischer Protagonist, da sollte man schließlich nicht allzu sehr meckern.

ISBN: 978-3442467082
224 Seiten
Originaltitel: Ad occhi chiusi
Goldmann
€7,95
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