Der Schwarm – Frank Schätzing

28. Mai 2013 § 8 Kommentare

IMG_6847Ein weiterer Re-Read – und um schonmal einen Teil des Fazits vorwegzunehmen: Das erste Lesen hat mich weitaus mehr begeistert als jetzt das zweite.  „Der Schwarm“ war ja in den letzten Jahren hochpopulär und hochgelobt und das, so muss ich eingestehen, nicht ganz zu Unrecht. Die Story ist jedenfalls sehr, sehr spannend (die Kritik kommt dann später).

Im Meer und ums Meer herum passieren plötzlich auf der ganzen Welt seltsame Dinge. Vor der norwegischen Küste tauchen eines Tages Unmengen von Würmen auf, die sich mit überdimensionierten Beißwerkzeugen in das dort lagernde Methanhydrat bohren. Der Experte Sigur Johanson bekommt von der Ölfirma Statoil den Auftrag, diese Würmer zu klassifizieren. Johanson stellt fest, dass es sich um eine neue Art handeln muss. Was den Wissenschaftlern zunehmend Sorgen macht: Die Würmer graben Gänge und Löcher in das Hydrat und könnten es so destabilisieren. Größere Blowouts, also Freisetzungen von Methangas, könnten Plattformen beschädigen und sogar Schiffe versenken.

Zur gleichen Zeit beobachten Whalewatcher vor der westkanadischen Küste ein seltsames Verhalten der Tiere: Zuerst kommen sie später als gewöhnlich aus südlicheren Gewässern an, dann verhalten sie sich aggressiv gegenüber Booten. Nach einigen folgenschweren Angriffen auf Schiffe wird dem Walexperten Leon Anawak klar, dass irgendetwas nicht stimmen kann und er versucht herauszufinden, was die Wale derart verändert.

Darüber hinaus tauchen plötzlich vergiftete Krabben in Frankreich und den USA auf und andere Späße – die Ereignisse erscheinen wie aufeinander abgestimmt und zielen offenbar darauf ab, den Menschen zu schaden. Es scheint fast so, als würde sich irgendetwas im Meer gegen den Menschen wenden…

Das Ganze klingt – zu Recht – nach schöner Spannungskurve und viel Action, daher auch gar nicht so viel von der eigentlichen Handlung an dieser Stelle. Es gibt nämlich noch einige andere Twists und die Handlung hat mehr als einen Höhepunkt. Es ist natürlich klar, was Schätzing mit diesem Buch letztlich sagen will: Der Mensch ist zu lange zu sorglos mit dem Meer und seinen Bewohnern umgegangen und bekommt nun die Quittung. Insofern ist sein Verdienst, die Leser zum Nachdenken zu bringen und es wird wohl kaum einen geben, der nicht zwischendrin mal innehält, um das Gelesene zu reflektieren. Angereichert ist die fiktive Geschichte mit vielen, vielen Fakten, die offensichtlich gründlich recherchiert wurden. 

Aber es sollte ja noch Kritik kommen. Nun, dieses Buch hat über 1000 Seiten und nach meinem Geschmack hätten es gerne ein paar weniger sein dürfen. Manchmal verliert sich Schätzing in seinen Details und Nebenhandlungen. Er charakterisiert zwar seine Protagonisten sorgfältig, schweift dabei aber oft zu sehr ab. Da hätte man einiges straffen und weglassen können. Manche Nebencharaktere, insbesondere diejenigen US-amerikanischer Herkunft, sind mir manchmal etwas stereotyp geraten. 

Fazit also: Wenn man diese tolle und spannende Story auf 700 Seiten gepackt hätte, wäre es ein super Buch. So ist es leider manchmal etwas zäh. 

ISBN: 978-3462033748
1008 Seiten
Kiepenheuer&Witsch
€24,95
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§ 8 Antworten auf Der Schwarm – Frank Schätzing

  • Ihn ein zweites Mal zu lesen, habe ich jetzt keinen Nerv. Aber seine Krimis lese ich gerne und auch noch einmal. Lewi

  • Den Schwarm habe ich vor bestimmt schon mittlerweile sechs oder sieben Jahren gelesen. Die Lektüre hat mir damals, trotz Längen, gut gefallen, auch wenn ich gestehen muss, dass ich kaum noch konkrete Erinnerungen daran habe. Ein Re-Read, würde sich also auch in meinem Fall anbieten, dafür ist mir nur – glaube ich – meine Lesezeit etwas zu schade, es warten einfach zu viele neue und interessante Bücher auf mich. 🙂

  • Julia sagt:

    Muss gestehen, dass ich bisher keine anderen Bücher von ihm kenne. Vielleicht setz ich da aber mal eines auf meine Liste. Erzählen kann er ja ganz gut.

  • Julia sagt:

    Bei mir waren es bestimmt auch sieben Jahre seit dem ersten Lesen. Ich bin auch einige Zeit um das Buch rumgeschlichen (aus den selben Gründen wie du 😉 ), hatte dann aber doch mal wieder Lust drauf.

  • Die dunkle Seite, Lautlos, Ritter Tod und Teufel ***
    oder Mordshunger (Köln-Krimi)+ weiterer Krimis
    Die Romane sind Klassei***

  • Das Buch heißt wohl „Tod und Teufel“, Hatte ich versehentlich noch eine Ritter mit ins Spiel gebracht?
    Spannender historischer Roman

  • Julia sagt:

    Manche von den Titeln sagen mir sogar was. 😉 Ich werde mal genauer nachschauen, welche Bücher von ihm was für mich wären. Danke für die Empfehlungen jedenfalls!

  • Gern geschehen. Bitte sehr!

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