Trackers – Deon Meyer

25. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_6893Deon Meyer mausert sich so langsam zu einem meiner Lieblingskrimiautoren. Woran man sowas merkt? Zum Beispiel, wenn man von diesem Autor sogar Spontaneinkäufe in der Bahnhofsbuchhandlung tätigen kann und trotzdem Volltreffer landet.

Hier haben wir es mit gleich drei in sich abgeschlossenen Handlungssträngen zu tun, die jedoch nach und nach einige Berühungspunkte erkennen lassen. Bei einigen Aspekten war das für mich erst wirklich ganz am Ende erkennbar, bei ein paar dagegen gar nicht. Aber trotzdem war das Ganze in sich sehr stimmig – besser, als wenn der Autor alles auf Biegen und Brechen irgendwie zusammenführen will und dann plötzlich irgendwelche absurden Begegnungen stattfinden.

Also, zu den drei Handlungsabschnitten: Zuerst hätten wir da Milla, die beim Nachrichtendienst arbeitet und dort Reports und Dossiers zu verdächtigen Personen erstellt und Recherchearbeiten durchführt. Milla hat gerade ihren Ehemann verlassen und ist gerade dabei, ihr Leben neu zu ordnen. Dass sie den Job angenommen hat, lag vor allem daran, dass sie schnell Geld verdienen musste. Milla wird darangesetzt, Informationen über verdächtige Personen im Umfeld von möglichen Terroristen zusammenzustellen. Offenbar ist irgendein Anschlag in Planung, doch die Zusammenhänge sind noch unklar. Muslimische Terroristen, Gangster auf den Cape Flats, Diamentenschmuggler, alle scheinen irgendwie miteinander verbandelt und irgendetwas ist da im Busch. Dann gibt es noch einen gewissen Lukas Becker, der als hartnäckiger Anrufer eines der Hauptverdächtigen das Spielfeld und wenig später leibhaftig die Tanzfläche eines Lokals betritt, in dem die mittlerweile etwas unterv…., ähm, liebeshungrige Milla Tanzstunden nimmt…

Dann haben wir im zweiten Handlungsstrang Lemmer, der einen etwas eigenartigen Job annimmt, bei dem er die Überführung von geschmuggelten Nashörnern überwachen soll. Diese geht leider schief, da das Überführungskommando in einen Hinterhalt gerät – die ihnen auflauern, scheinen irgendwas zu suchen. Umso eigenartiger, als dass die seltsame Hautkrankheit, die die Rhinos bei der Abfahrt befallen hatte, nach der Ankunft auf wundersame Weise verschwunden ist, ebenso wie die mysteriöse Begleiterin Lemmers, die Lara-Croft-mäßige Flea van Jaarsfeld. Nun, jeder Maskenbildner weiß, dass man Geschwüre super aus Plaste modellieren kann, doch warum sollte man das tun, wenn man nichts darunter verstecken will? Und natürlich: Was?

Zu guter Letzt taucht noch der uns bereits bekannte Mat Joubert auf, der mittlerweile als Privatermittler arbeitet und es gleich zu Beginn seiner Tätigkeit mit dem Fall eines verschwundenen Mannes zu tun bekommt. Dessen Frau hat die Ermittler beauftragt: Ihr Mann sei bereits seit einiger Zeit verschwunden. Es wurde nur sein Auto gefunden, das auf dem Parkplatz seines Fitnessstudios geparkt war. Es gab weder Ehe- noch Geldprobleme, und auch bei der Arbeit in einem Busunternehmen schien alles wunderbar zu laufen. Wobei genau dort Mat dann nach einer gewissen Durststrecke den ersten Hinweis auf den Grund für das Verschwinden findet.

Was mir an diesem Krimi so gut gefallen hat? Er ist wirklich anspruchsvoll und durchdacht. Man muss ein bisschen dabei bleiben und sich konzentrieren, aber dann wird man so das ein oder andere Aha-Erlebnis haben. Die jeweiligen Stories erschienen mir realistisch und nicht konstruiert, was ebenfalls ein großes Plus ist.

Besonders gut fand ich außerdem, dass die Charaktere nicht wie so oft üblich schwarz-weiß gezeichnet sind. Es bleibt noch genug Raum für Uneindeutigkeiten, für persönliche Schwächen bei den „Guten“ und bei einigen Protagonisten eine gewisse Unvorhersehbarkeit, was sich tatsächlich hinter der Fassade verbirgt.

Vorhersehbar ist dagegen mein Fazit: Absolut empfehlenswert!

ISBN: 978-1444740660
504 Seiten
Deutscher Titel: Rote Spur
Hodder & Stougton
€7,90
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