Öland – Johan Theorin

22. Dezember 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_7431Jetzt habe ich mich endlich mal an diese vielgelobte Reihe gemacht und muss sagen: Ich war ein kleines bisschen enttäuscht. Aber von Anfang an:

Wir lernen Julia kennen, deren Sohn Jens als kleiner Junge in den 1970ern spurlos verschwunden ist. Julia hat diesen Verlust nie so richtig verwunden, ist depressiv und schon länger krankgeschrieben.

Jens verschwand während eines Aufenthalts bei Julias Eltern auf Öland. Sie selbst war nur kurz unterwegs, ihre Eltern waren beschäftigt, als Jens auf eigene Faust das Haus verlassen hatte und von da an von keinem mehr gesehen wurde. Suchaktionen am Strand – es wurde angenommen, dass Jens ertrunken ist, dass es ein Unfall war – wurden bald ergebnislos eingestellt.

Nun, zwanzig Jahre später, bekommt Julias Vater Gerolf einen alten Kinderschuh zugeschickt, der von Jens gewesen sein könnte. Nachdem Gerolf sie angerufen hat, reist Julia sofort nach Öland und die beiden beginnen, Nachforschungen anzustellen und Leute zu befragen, die damals auch von dem Fall gehört hatten.

Und da gibt es auch die Gerüchte: Jens sei von Nils Kant getötet worden – Nils Kant, der Unruhestifter und Sündenbock der Insel, der tatsächlich einige Todesfälle auf dem Gewissen hatte, dann aber nach Südamerika flüchtete und in den 60ern heimkehrte – im Sarg. Er ist auf Öland bestattet und wird wohl kaum zehn Jahre später wieder auferstanden sein, um Jens umzubringen… oder war sein Tod wirklich nur fingiert, wie einige auf der Insel behaupten?

Als dann Gerolfs Freund Ernst ums Leben kommt, der ebenfalls Nachforschungen in dieser Sache angestellt hatte, merken Julia und Gerolf, dass sie wohl an Dingen rühren, die manche Leute lieber geheim halten würden.

Die Handlung klingt ja wirklich sehr gut, oder? Es ist nun leider so, dass vor allem der Einstieg sehr zäh war. Ich konnte mich mit Julia nicht anfreunden, fand sie nervig und verbittert, die Geschichte nahm kein Tempo auf und sowieso. Dann wurde es etwas spannender, die Figuren entwickelten sich (vor allem Julia machte eine Entwicklung zum Besseren durch, was mir gut gefallen hat) und die Geschichte wurde zunehmend verwickelter und dadurch interessanter. Leider fand ich das Ende (also die Auflösung auf den letzten Seiten) ziemlich doof und habe das Buch deswegen auch mit einiger Enttäuschung zugeklappt. Wenigstens muss man Theorin zugute halten, dass ihm hier nochmal eine ziemlich überraschende Wendung gelungen ist. Aber ein fahler Nachgeschmack bleibt trotzdem.

ISBN: 978-3492253680
448 Seiten
Originaltitel: Skumtimmen
Piper Taschenbuch
€9,99
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