ES – Stephen King

28. Juni 2009 § 2 Kommentare

IMG_3913Ein Relikt meiner Teenie-Zeit (damals hatte ich eine kurze Stephen-King-Phase) – nicht, dass ich dieser Zeit über Gebühr nachtrauern würde, aber ES hatte mich dann doch mal wieder gereizt. Und jetzt ists für die nächsten zehn Jahre auch wieder genug.

Um was gehts? Die Kleinstadt Derry im US-Bundesstaat Maine wird alle 27 Jahre von schrecklichen Mordserien heimgesucht, der vor allem Kinder zum Opfer fallen. Jede Mordserie wird mit einem besonders blutigen Ereignis abgeschlossen: Mal explodiert eine Eisenhütte, in der gerade ein Ostereiersuchen für Kinder stattfand, mal läuft ein Verrückter mit einer Holzfälleraxt Amok oder es findet eine Schießerei statt. Es scheint, als sei Derry an sich böse, als vergifte etwas den Geist eines jeden Einwohners.

In den Jahren 1957/58 beginnt wieder eine solche Mordserie. Der kleine Bruder von Bill Denbrough ist eines der ersten Opfer, und weitere Kinder werden, teilweise schrecklich verstümmelt, in der Stadt gefunden. Bill selbst ist aufgrund seines Stotterns in der Schule ein Außenseiter, doch im Laufe des Sommers 1958 schart sich um ihn der „Klub der Verlierer“: Der fette Ben, der Schwarze Mike, der Jude Stan, der kränkliche Eddie sowie Beverly, die von ihrem Vater geschlagen wird und Richie, dessen große Klappe ihn oft genug in Schwierigkeiten bringt. Doch ein unbeschwerter Sommer wird es nicht werden, denn jeder der sieben hat bereits seltsame Erfahrungen gemacht – jeder hat Wesen gesehen, die es nicht geben dürfte und die ganz offensichtlich böse waren. Die Kinder wissen: Alle diese Wesen sind Erscheinungsformen von IHM, und ES ist für die schreckliche Morde verantwortlich, auch für den an Bills Bruder. Sie fassen den Entschluss, ES zu töten.

Doch sie verletzen ES  nur, und so kommen sie im Jahr 1985 wieder alle nach Derry, um einen neuen Versuch zu starten – diesmal müssen sie es schaffen, denn als Erwachsene sind sie nicht mehr so stark, wie sie es als Kinder gewesen sind.

Fazit: Also, man sollte vielleicht anmerken, dass die Handlung nicht chronologisch abläuft, sondern dass die Handlung von 1985 immer wieder durch Rückblenden nach 1958 unterbrochen wird. So laufen die beiden Versuche der Gruppe, jeweils ES zu töten, quasi parallel (das muss auch so sein, weil alle Mitglieder des „Klubs der Verlierer“ 1958 schnell alles vergessen hatten und sich selbst erst wieder an alles erinnern müssen). Das ist gut gelungen.

Ansonsten war die Handlung aber teilweise viiiel zu lang gestreckt, so dass ich gar nicht mehr verstehen kann, wieso mich dieses Buch bei ersten Lesen so gegruselt hat. Klar, es gibt gruselige, meistens aber vor allem ekelhafte Stellen, aber der durchgängige Grusel stellte sich bei mir nicht so recht ein. Ich fand das Buch manchmal etwas hölzern geschrieben (vor allem die Dialoge) – wobei das auch an der Übersetzung liegen kann, weiß nicht.

Was mich total genervt hat: Immer dieses „die schöne Beverly“, „Beverly sah in diesem Augenblick bezaubernder aus als nie zuvor“, „Beverlys kleine Brüste“… Wenn man einmal gesagt hätte, dass Beverly total gut aussieht, hätte man das ja auch gewusst. Aber als kleinen Ausgleich bekommen auch einige Männer Erektionen in unpassenden Momenten verpasst, was mich dann doch etwas besänftigt hat, haha.

Was bleibt also als Leseempfehlung? Der erwachsene Leser wird nach der Lektüre keine übermäßige Angst vor Clowns entwickeln (wie es wohl manche kleinen Kinder hatten, die die für ihre Altersklasse noch nicht freigegebene Verfilmung irgendwann spät abends angeschaut hatten), das Finale ist spannend geraten, dafür braucht man für die ersten 500nochwas Seiten streckenweise ein wenig Durchhaltevermögen.

ISBN: 978-3548263083

1214 Seiten

Originaltitel: IT

Ullstein Taschenbuch

€12,95

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