Chronik eines angekündigten Todes – Gabriel García Márquez

16. November 2008 § 3 Kommentare

War bei uns Schullektüre in Spanisch. Der erste Eindruck (des spanischen Texts): Unverständlich (wer es also auf Spanisch lesen möchte, sollte jedenfalls fortgeschrittene Kenntnisse haben). Also habe ich mir die deutsche Übersetzung gekauft und jetzt nach einiger Zeit auch mal wieder gelesen.
Um was gehts? In einem kleinen Dorf an der kolumbianischen Karibikküste wird eine Hochzeit gefeiert – doch noch in der gleichen Nacht wird die Braut von ihrem Mann wieder in ihr Elternhaus zurückgeschickt, da sie keine Jungfrau mehr war. Ihre Brüder fühlen sich verpflichtet, die Familienehre wiederherzustellen und den „Täter“ zu töten. Es wird ein angekündigter Tod insofern, als dass nahezu das gesamte Dorf von diesen Plänen erfährt, nur Santiago Nasar, das Opfer, nicht.
Fazit: Schließlich und endlich gefällt mir dieses Buch doch sehr gut (ist ja bei Schullektüre nicht immer der Fall). Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt, doch mit jedem Dorfbewohner, der seine Version von der Geschichte erzählt, und mit jedem Rückblick und Perspektivwechsel gewinnt die Geschichte eine weitere Dimension dazu. Und natürlich stecken hinter alldem Fragen der Moral und der Ehre. Es ist kein Buch, was man mal eben so wegliest, sondern das zum Nachdenken bringt.

Originaltitel: Crónica de una muerte anunciada, 120 Seiten, Kiepenheuer+Witsch, €7,00.

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