Die Versuchung – David Baldacci

14. Juli 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

„Die Versuchung“ wartete schon seit längerer Zeit auf meinem Reader, bis mir neulich auf Dienstreise nach solider und eher leichteren Thrillerunterhaltung war.

Leute wie LuAnn Tyler nennt man in der Regel „white trash“: Sie ist Anfang 20, hat eine kleine Tochter und lebt zusammen mit ihrem Loserfreund Duane in – ja, richtig, einem Wohnwagen. Eines Tages bittet sie ein Mann mit der Aussicht auf ein Jobangebot um einen Termin in seinem Büro. Jackson, wie er sich nennt, hat jedoch ein etwas anderes Angebot – eines, das sie nicht ablehnen kann: LuAnn soll Lotto spielen und Jackson könne ihr garantieren, dass ihre Zahlen gezogen werden und sie mehrere Millionen Dollar gewinnen wird. Danach wird er ihr helfen, das Geld anzulegen, so dass sie ihr Leben ab sofort als eine der reichsten Frauen der Welt würde führen können. Der Haken? Sie müsste direkt nach der Ziehung mit einer falschen Identität das Land verlassen und dürfte nie wieder in die USA zurückkehren. Und (aber das wissen nur die Leser) sollte LuAnn ablehnen, würde Jackson sie töten müssen.

Doch so weit kommt es gar nicht, denn LuAnn will alles tun, um ihrem miesen Leben zu entfliehen. Alles läuft (fast) wie geplant, und LuAnn kann die kommenden zehn Jahre in größtem Reichtum zusammen mit ihrem väterlichen Freund Charlie und ihrer Tochter Lisa verbringen. Nach Jahren des Umherziehens und immer wieder Neu-Ankommens wollen die drei jedoch zurückkehren. Sie kaufen ein abgeschiedenes Haus auf dem Land und beauftragen den Bauunternehmer Matt Riggs damit, ihr Grundstück entsprechend abzusichern. Was sie nicht wissen: Trotz falscher Identität sind sie aufgespürt worden. Einmal von einem Enthüllungsjournalisten, der der Geschichte des Lotteriebetrugs auf der Spur ist, und einmal von Jackson selbst, der dummerweise ein wahrer Verwandlungskünstler ist. Und auch Matt Riggs ist natürlich nicht immer Bauunternehmer gewesen…

Ich brauche wohl nicht extra zu erwähnen, dass es hier schon manchmal zur Sache geht, auch wenn die richtig großen Überraschungen wegbleiben. Zwischendurch flaute die Spannung ziemlich ab, um dann aber zum Ende hin wieder Fahrt aufzunehmen. Und ja, auch LuAnn war mir wieder zu tough, zu stark, zu makellos. Das hat mir auch grade den Schlussteil etwas vermiest, weil dann doch zu viel Unrealistisches passiert und sich LuAnn aus den unmöglichsten Situationen befreien kann. Alles in allem ganz nett, aber eher nur Durchschnitt.

ISBN: 978-3404143481
640 Seiten
Originaltitel: The Winner
Bastei Lübbe
€4,99 (ebook)

Chuzpe – Lily Bret

15. Juni 2014 § 4 Kommentare

IMG_7751Ruth Rothwax ist perfektionistisch, recht unlocker und meistens überspannt. Bisher kann sich (davon abgesehen) ihr Leben aber durchaus sehen lassen: Drei wohl geratene und fast erwachsene Kinder, ein schickes Loft in New York, einen liebevollen Künstlerehemann (der allerdings gerade im Ausland arbeitet) und ihre eigene Firma – sie ist mit ihrem Schreibbüro erfolgreich und ihre Kunden schätzen ihre Begabung, für jede Situation die richtigen Worte zu finden.

Allerdings ist da noch Edek, Ruths Vater, der beschlossen hat, von Melbourne nach New York zu ziehen. Zunächst bringt er sich wenig hilfreich in die Firmenabläufe ein und bezaubert alle außer Ruth mit seinem Charme. Ruth liebt ihren Vater zwar abgöttisch, aber seine Ideen und Handlungen laufen konträr zu ihrem Ordnungssinn. Dann beginnt sich Edek plötzlich rar zu machen und tut geheimnisvoll – der Grund für das alles ist, wie sich schnell zeigt, die dralle Polin Zofia. Zofia und ihre Freundin Walentyna hatten Vater und Tochter Rothwax (selbst polnische Juden und – was Edek betrifft – Auschwitzüberlebende) auf einer Reise nach Polen kennengelernt. Ruth wusste natürlich nicht, dass Edek die beiden kurzerhand eingeladen hat, per Greencard in die USA zu kommen. Sogleich wird die bereits in Polen begonnene Bettgeschichte zwischen Zofia und Edek wieder aufgewärmt und das Trio kommt mit einer wahnwitzigen Idee um die Ecke: Sie wollen ein polnisches Klopsrestaurant eröffenen, denn Zofias Fleischklopse gehören zu den besten der Welt. Da kann doch nicht schiefgehen, oder?

Ruth und Edek klingen anstrengend und sind es auch. Auf der anderen Seite sind sie irgendwie liebenswert, so dass diese Geschichte nur manchmal nervt. Immerhin: Ruth macht eine Entwicklung durch und wird ein wenig lockerer. Leider ist das Ende dann ziemlich übertrieben und noch etwas unrealistischer als der Rest. Unterm Strich war ich aber immer so ein wenig hin- und hergerissen, wie ich diese Geschichte denn finden soll, denn es gab auch viele witzige Elemente. Alles in allem ist es eine nette, lockere Unterhaltung, die man lesen kann, aber nicht gelesen haben muss.

ISBN: 978-3518459225
334 Seiten
Originaltitel: You gotta have balls
insel taschenbuch
€9,99

Kreuzzug – Marc Ritter

26. Mai 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_7746Es ist der Dreikönigstag und die Zugspitze ist gerammelt voll mit Touris, Skifahrern und Snowboardern. Plötzlich gibt es zwei Explosionen: Der Tunnel, durch den die Zahnradbahn auf den Gipfel fährt, wird vorne und hinten gesprengt, der Weg ist durch Geröllmassen verbaut. Über hundert Menschen sind im Zug eingeschlossen und die mehreren Tausend auf dem Gipfel können jetzt nur noch mit zwei kleinen Seilbahnen ins Tal geschafft werden. Während die Krisenstäbe zum einen diese Evakuierung vorbereiten und gleichzeitig mit der Ursachensuche beginnen, werden die Pfeiler der Seilbahn gesprengt, als die erste vollbesetzte Gondel gerade auf dem Weg ins Tal ist.

Zu allem Überfluss waren der bayrische Ministerpräsident und der Verteidigungsminister nebst Gattin zwecks besserer Medienwirksamkeit auf den Gipfel geflogen. Der Hubschrauber, der alle wieder ins Tal fliegen soll, wird abgeschossen, die Würdenträger sitzen fest. Spätestens jetzt ist klar: Die Attentäter sind nicht zu Scherzen aufgelegt. Und es gibt bald eine Meldung über eine Internetseite: Eine islamistische Terrorgruppe bekennt sich zu den Anschlägen und fordert, inhaftierte Terrorverdächtige freizulassen. Andernfalls würde man die Geiseln im Zug nach und nach erschießen.

Die Bundesregierung muss nun irgendwie auf die Forderungen der Attentäter reagieren und schickt Kerstin Dembrovski ins Rennen. Die ist eine toughe Frau Kapitän zu See, die mit ihren grade mal 30 Lenzen schon ordentlich Erfahrung mit zwielichtigen und gefährlichen Gesellen hat. Sie soll also zu Geiselnehmern Kontakt aufnehmen und in die Verhandlungen einsteigen.

Außerdem gibt es noch Thien Hung Baumgartner: Ein einheimischer Fotograf mit vietnamesischen Wurzeln, der in der Bahn eingeschlossen ist. Thien ist ein cooler Typ, der gerne mal ein Risiko auf sich nimmt und deswegen sofort Pläne schmiedet, wie er die Geiseln in Eigenregie befreien kann. Mittels ausgefeilter nonverbaler Kommunikation nimmt er Kontakt mit seinem amerikanischen Sitznachbar auf, der wirkt, als könne er ihm helfen. (Thiens Hintergedanke dabei ist außerdem, dass er seine Freundin zurückgewinnen will – und wie könnte er ihren Neuen, einen Gebirgsjäger, besser ausstechen als durch Heldentum?)

Damit hätte ich die Handlung nur recht grob wiedergegeben, da uns die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Zunächst: Es ist ein schön spannender Schmöker, bei dem außerdem viel Hintergrund aus dem Bereich Krisenmanagement mitgeliefert wird, was mir aus beruflichen und anderen Gründen ziemlich gut gefallen hat. Wir haben außerdem den ein oder anderen Protagonisten, der interessant angelegt war und dann auch ganz sympathisch daherkam. Bei anderen war es dann aber wieder etwas schablonenhaft geraten. Was sicherlich Geschmackssache sein dürfte: Die ganze Geschichte ist durchzogen von Seitenhieben und Anspielungen auf den Politikbetrieb der letzten Jahre. So ist der Verteidigungsminister natürlich ein adeliger Schnösel mit repräsentativer Gattin und besten Verbindungen zur (Boulevard-)Presse. KTG, ick hör dir trapsen…

Was mich aber gestört hat: Ritter ist hier wahrscheinlich der gleichen Versuchung erlegen wie vor ihm bereits viele andere Autoren rechercheintensiver Bücher: Hier noch ein Infohäppchen, das noch unbedingt mit rein sollte, und hier, und hier… Es waren mir oft zu viele Details, zu viele Informationen und Nebenhandlungen, die die Geschichte unnötig aufgebläht haben.

Alles in allem ist es aber trotzdem noch spannend genug, dass ich euch diese Geschichte gerne empfehle.

ISBN: 978-3426511657
560 Seiten
Knaur
€9,99

Das Bernsteinamulett – Peter Prange

13. Februar 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_7650Wenn ich eine solche Familiensaga in die Hand nehme, erwarte ich: 1) Unterhaltung aus dem eher leichteren Fach 2) Großes Drama, viel Schicksal und viele „Auch das noch!“-Momente 3) Große Gefühle und schlechte Liebesszenen. Und hey, dieses Buch hat meine Erwartungen absolut erfüllt und mich wirklich gut unterhalten.

Erzählt wird hier die Geschichte der Familie Reichenbach in der Zeit zwischen 1944 und 1990. Zentrale Figur ist Barbara, die als Tochter aus reichem Hause auf dem Gut Daggelin im Pommerischen aufwächst und mit 19 ihre große Liebe Alexander heiratet. Wenn diese Hochzeit zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort stattgefunden hätte, wären die beiden vielleicht ganz unspektakulär zusammen alt geworden. So geht Alex jedoch wieder zurück an die Front, gerät in sowjetische Gefangenschaft und kommt erst Jahre später wieder zurück. Mit Vorrücken der Russen muss Barbara derweil das Gut aufgeben und sich mit einem kleinen Dienstbotenhäuschen zufriedengeben. Sie verfällt zu allem Überfluss dem überaus exotisch-attraktiven Sowjetmajor Belajew (Bonus: Er ist noch wahnsinnig geheimisvoll!) und wird von ihm schwanger. Doch obwohl ihr Sohn Christian wie eine Kopie seines leiblichen Vaters aussieht, ahnt natürlich der zurückgekehrte Alex später nichts von den Umständen dessen Zeugung.

Alex kehrt also unter falschem Namen zurück in die DDR, er und Barbara bekommen noch zwei weitere Kinder, Werner und Tina. Doch Alex landet aufgrund unglücklicher Umstände im Gefängnis. Nach seiner Entlassung ist das Maß endgültig voll und die Familie plant die Flucht in den Westen. Zunächst reisen, im Sommer 1961, Alex und Tina zu Verwandten nach Essen aus, dann will Barbara mit Christian und Werner nachkommen. Doch dann wird die Mauer gebaut und die Familie ist wieder getrennt…

So, hier jetzt mal ein Cut, es passiert noch mehr als genug. Es gibt natürlich noch weitere Nebenhandlungen, jede Menge Intrigen und die passenden Charaktere dazu (die ehemals überzeugte Nazi-Anhängerin, die sich trotz Vergewaltigung durch Rotarmisten hastdunichtgesehen zu einer durch und durch sozialistischen Funktionärin wandelt; außerdem den ehemaligen SA-Mann, der über die Zwischenstation „Kriegsgewinnler“ schnell Karriere in der Bonner Republik macht und exzellente Ostkontakte pflegt…).

Ich muss sagen: Mir hat dieses Buch wirklich Spaß gemacht. Die Familie Reichenbach ist nun wahnsinnig vom Schicksal gebeutelt, man kann gar nicht anders als mitfiebern – und trotzdem weiß man natürlich, dass am Ende alles gut werden wird.

Also, kurz nochmal überprüfen: 1) Check 2) Check. Definitiv. 3) Öhm ja, auch das ist ein klares check.

Alle Erwartungen erfüllt, Leserin zufrieden.

ISBN: 978-3426621592
511 Seiten
Weltbild Verlag
€9,99

Headhunter – Jo Nesbø

25. Dezember 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Jo Nesbø ist auch so ein Hype-Autor, den ich bisher geflissentlich ignoriert hatte. Er stand zwar mit ein paar seiner Werke auf irgendeiner meiner Wunschlisten, aber irgendwie immer nur so halbherzig, bis mir neulich eine Freundin „Headhunter“ empfahl und gleich auch auslieh. Also war ich dann doch gespannt drauf.

Protagonist ist Roger Brown, ein brillianter, hoch angesehener Headhunter und ein recht stark von sich überzeugter Idiot. Sympathisch ist jedenfalls anders. Brown ist aber nunmal einer der Besten seines Fachs und wird von den führenden Firmen in Norwegen engagiert, um passende Kandidaten für Top-Posten dort zu finden.

Was die alle jedoch nicht wissen: Während des Kennenlern-Smalltalks mit seinen Kandidaten wird auch über Kunst geplaudert – allerdings will Brown nur herausfinden, ob die Bewerber wertvolle Gemälde in ihrem Besitz haben. Dann bricht er dort ein und klaut diese (Jo, ich hab da auch keinen Zusammenhang zum Headhunter-Business gesehen. Macht aber wohl nix).

Eines Tages sitzt vor ihm ein sehr aussichtsreicher High Potential: Clas Greve. Das übliche Spielchen folgt und Brown findet raus, dass Greve offenbar einen echten Rubens (!) in seinem Besitz hat. Roger fängt zumindest innerlich an zu sabbern und weiß, dass er sich dieses Kunstwerk unbedingt beschaffen muss.

Als er dann schließlich in Greves Wohnung ist und das Bild gerade heraustragen will, hört er ein Handyklingeln aus dem Schlafzimmer – angesichts der Unverwechselbarkeit der Melodie erkennt er, dass es das Handy seiner Frau Diana ist, das dort klingelt… Und das ist erst der Anfang, denn Brown wird verfolgt, sein Komplize Ove fast umgebracht und sowieso ist alles nicht so einfach, wie es am Anfang ausgesehen hatte.

Ja, man ahnt es schon: Headhunter ist eine sehr abgedrehte Geschichte mit mehr als einer 180°-Wendung – ein bisschen over the top für meinen Geschmack. Nicht immer ist Nesbø ganz geschmackssicher, was die Details seiner Handlung betrifft – ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber man sollte nicht zu empfindlich sein bei Themen, die den menschlichen Körper und seine Ausscheidungen betreffen (klingt doof, ist aber so).

Die Charaktere sind weder realitätsnah noch besonders sympathisch – wer also mindestens einen Sympathieträger unter der Protagonisten braucht, sollte ebenfalls die Finger von dieser Geschichte lassen.

Trotzdem hat mich die Story irgendwie doch ganz gut unterhalten, es ist eine spannende (trotz allem!) und schön leichte Lektüre. Nur das Ende war dann wieder ein Minus, das fand ich irgendwie doof und unrealistisch.

Ich sags mal so: Ich bin ganz froh, dass ich dafür keine zehn Euro ausgeben musste. Insofern wars unterm Strich noch ganz gut. 😉

ISBN: 978-3548283883
320 Seiten
Originaltitel: Hodejegerne
Ullstein Taschenbuch
€9,99

Die Täuschung – Charlotte Link

17. Oktober 2013 § Ein Kommentar

IMG_7414Peter und Laura sind eigentlich die perfekte Familie: Sie leben in einem schönen, wohlhabenden Stadtteil von Frankfurt, Peter schafft als Selbstständiger das Geld herbei und Laura kümmert sich um die gemeinsame Tochter und das Heim. Klar ist Peter gerade in letzter Zeit oft gestresst und genervt von seiner Arbeit, aber alles in allem scheinen die beiden ein gutes Leben miteinander zu führen.

Jeden Oktober fährt Peter nach Südfrankreich, um dort mit seinem Freund Christopher Segeln zu gehen. Er meldet sich zuverlässig, wenn er dort angekommen ist und kommt immer gut erholt und zufrieden zurück, weswegen ihm Laura, ihres Zeichens sonst eher Kontrollfreak, diese Freiheit gerne gewährt.

Auch in diesem Jahr ist der herbstliche Segeltrip geplant. Peter meldet sich von unterwegs, aber dann nicht wie versprochen, dass er im Ferienhaus angekommen ist. Laura macht sich immer größere Sorgen, als er sich auch am nächsten Tag nicht meldet. In ihrem gemeinsamen Stammlokal vor Ort ist er abends noch aufgetaucht, versichert der Wirt, aber danach verliert sich die Spur. Als Laura bei Christopher anruft, ist dieser erstaunt: Dieses Jahr sei gar kein Segelausflug geplant gewesen und von Peter habe er nichts gehört oder gesehen.

Laura dreht nun vollkommen am Rad. Um herauszufinden, was vor sich geht, fährt sie in Peters Agentur, wo sie von den dortigen Angestellten nur erfährt, dass Peter über beide Ohren verschuldet war und vor dem Ruin stand.

Kurz entschlossen fährt Laura nach Südfrankreich, um dort Nachforschungen anzustellen. Und obwohl sie Unterstützung von Freunden und Bekannten erfährt, zeigt sich schnell, dass da irgendetwas sehr faul ist und sie selbst bald in Lebensgefahr schwebt.

Grundsätzlich ist die Geschichte ganz schön und sehr spannend (und gruselig!) zu lesen. Wenn man in Kauf nimmt, dass es einige Wendungen und Elemente gibt, die man so auch schon mal in irgendwelchen Billigmovies gesehen hat, dass Laura stellenweise eine nervige und überspannte Ziege ist und dass die Geschichte gerade gegen Ende etwas zu vorhersehbar und klischeehaft gerät, hat man mit „Die Täuschung“ allemal ein nettes Buch, das einen für ein paar Stunden ganz gut unterhält.

ISBN: 978-3442372997
496 Seiten
Goldmann
€9,99

Meine russische Schwiegermutter und andere Katastrophen – Alexandra Fröhlich

26. August 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_7266Paulas Leben steckt in einer Sackgasse: Ihren Verlobten hat sie verlassen, nachdem dieser sie betrogen hatte. In ihrer Anwaltskanzlei läuft es auch eher mau und ihre Eltern lassen sie regelmäßig spüren, dass sie sie für eine Versagerin halten.

Das Schicksal nimmt schließlich eine Wendung, als die Eheleute Polyakow in ihre Kanzlei kommen und sie um Rechtsbeistand bitten. Es geht um irgendwelche Streitigkeiten mit ihrem ehemaligen Vermieter, so viel kann Paula aus den geradebrechten Erläuterungen der beiden heraushören. Schließlich wird ein zweiter Termin vereinbart, bei dem Sohn Artjom als Dolmetscher hinzugezogen werden soll. Und was soll man sagen? Artjom ist dermaßen charmant und hat eine so schöne Stimme, dass es um Paula bald geschehen ist. Nun, vor Gericht blamiert sie sich zunächst einmal tüchtig, weil die Polyakows es mit der Wahrheit nicht so genau genommen haben, aber was solls, Artjom ist nun mal um so viel besser im Bett als der Ex, und so werden die beiden bald ein Paar.

Was folgt, ist ein Clash der Kulturen, durch den Paula einiges lernt über das Verhältnis von Männern und Frauen, über den jeweils angemessenen Kleidungsstil zu jeder Gelegenheit, übers Streiten und Versöhnen, über die russische Küche, Gastfreundschaft und den Stellenwert der Familie. Das Ganze wird natürlich gerne mal übertrieben dargestellt, die Figuren sind regelmäßig überzeichnet-grotesk dargestellt, bleiben aber irgendwie immer liebenswürdig – jedenfalls im Großen und Ganzen. Alles in allem fand ich, dass dieses Buch eine nette Unterhaltung für zwischendurch ist. Wenn man mal ein bisschen lustige Entspannung braucht und vielleicht ein paar russische Eigenschaften selbst kennt, kann man mit dem Buch hier wenig falsch machen.

ISBN: 978-3426512562
320 Seiten
Knaur Taschenbuch
€12,99

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