Facebook macht blöd, blind und erfolglos – Anitra Eggler

18. November 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

IMG_7424Der Titel ist irreführend: Das Ganze ist keine „Wir werden alle sterben, und das Internet ist schuld!“-Panikmache, sondern ein Social Media-Ratgeber mit einem leichten Fokus auf das Berufsleben. Eggler legt den Fokus auf drei Hauptprobleme: Sklaven-Phonitis (Abhängigkeit vom Smartphone), Facebook-Inkontinenz (das zwanghafte Befüllen der eigenen Facebook-Seite mit peinlichem oder irrelevantem Kram) sowie den Reputations-Infarkt (ist der Ruf erst ruiniert…). Sie beschreibt nicht nur die „Symptome“, sondern gibt auch Tipps und Tricks, wie man das Ganze selbst behandeln kann.

Sie macht dabei immer klar: Neue Technologien sind super. Sie helfen uns in Berufsleben und Freizeit ungemein und können für alle möglichen Dinge unerlässlich sein. Nur muss man sie eben richtig zu nutzen wissen, um sich selbst ins beste Licht zu rücken, Peinlichkeiten zu vermeiden und schließlich auch wieder mehr Zeit für die schönen Dinge des Offline-Lebens zu haben.

Schön auch, dass dieser Ratgeber nicht so angestaubt daherkommt wie so manch anderer. Die Sprache ist sehr lustig und flapsig, die Gestaltung ist überaus bunt und schrill. Muss man mögen – mir hats gefallen. Man muss es übrigens nicht von vorne bis hinten in einem Rutsch durchlesen, sondern kann auch immer mal wieder einzelne Sachen nachschlagen.  Das Buch ist übrigens auch ein gutes Geschenk für alle, die es betrifft – und wer ist das heutzutage nicht? 

ISBN: 978-3280054956
224 Seiten
Orell Füssli
€19,95

Sprachenlernen leichtgemacht! – Vera F. Birkenbihl

20. Juli 2011 § 3 Kommentare

(Die Rezension war hier etwas in der Versenkung verschwunden, ich hab sie mal eben ergänzt und endlich veröffentlicht)

Ich bin ja immer skeptisch, wenn etwas mit „… leicht gemacht“ beworben wird. Aber da ich mich Ende letzten Jahres in das Projekt „Finnischlernen“ gestürzt hatte (liegt momentan aus verschiedenen Gründen, u.a. Examen, etwas auf Eis), hat mir meine Mutter dieses Buch geschenkt – sie war mal auf einem Vortrag von Frau Birkenbihl und fand die Methode ganz interessant.

Vera Birkenbihl hat sich dem „gehirn-gerechten Lernen“ verschrieben. Sie kritisiert, dass Sprachen in der Schule vollkommen falsch gelehrt werden: Vokabeln müssen gepaukt werden und die Grammatik auswendig gelernt, ohne das grundlegende Gefühl für die Sprache zu vermitteln. Viele Schüler werden so demotiviert und sind für den Rest ihres Lebens davon überzeugt, dass sie nicht sprachbegabt seien. Dabei könne grundsätzlich jeder eine neue Fremdsprache lernen, und auch zu alt ist man dafür nie. Man muss lediglich so lernen, wie es dem Gehirn entspricht, und das lernt am besten unterbewusst. Klingt zu schön um wahr zu sein? In der Praxis funktioniert das Ganze so:

Indem man zunächst einen Text in der entsprechenden Fremdsprache dekodiert – also wortwörtlich übersetzt und diese Übersetzungen unter die jeweiligen Ausdrücke in der Fremdsprache schreibt – lernt man unterbewusst etwas über die Struktur und Funktionsweise dieser Sprache. Zwei weitere Komponenten sind das aktive Hören dieses Textes während man die angefertigte deutsche (!) Übersetzung mitliest. So werden langsam die deutschen Begriffe mit den jeweiligen Entsprechungen der Fremdsprache verknüpft. Außerdem hört man passiv, also nebenher, ohne direkt hinzuhören. Man soll dadurch die Sprachmelodie aufnehmen und ins Ohr kriegen. Je nachdem, ob man die Sprache nur verstehen will oder auch aktiv sprechen, gibt es zusätzlich verschiedene Übungen, um das aktive Sprechen zu trainieren. Mit diesem einen dekodierten Text arbeitet man so lange, bis man alles versteht, ohne die deutschen Übersetzungen lesen zu müssen. Dann nimmt man sich den nächsten Happen vor.

Vorteil ist: Man kann nach seinen Bedürfnissen lernen. Man sucht sich die Texte selbst aus und muss sich nicht durch unspannende Lehrbuchtexte quälen (à la: „Das ist Pekka. Pekka kommt aus Finnland und ist von Beruf Lehrer.“ oder „Was für ein Boot kaufst du? – Ich kaufe ein großes, rotes Boot.“). Wer gerne spanische Musik hört und die Lyrics verstehen will, kann damit anfangen, wer Französisch für die Arbeit braucht, kann Zeitungsartikel aus dem Wirtschaftsteil lesen usw. Man kann die Arbeit in kleine Häppchen einteilen – selbst wenn man nur 10 Minuten passiv hört, ist das okay. Aber man muss eben jeden Tag etwas machen – auch das ist ja grundsätzlich klar. Grundsätzlich wird man aber ganz gut angeleitet und auch immer ermutigt, dass es eigentlich wirklich kein Hexenwerk ist.

Als Nachteil sehe ich, dass es je nach Sprache schwierig sein kann, entsprechendes Material zu organisieren. Man benötigt ja nicht nur Texte in der Sprache, sondern auch einen Muttersprachler, der diese Texte einspricht. (Ich hatte Glück, dass mich der Liebste auf die „Selkouutiset“ von YLE, dem finnischen Fernsehen, aufmerksam gemacht hatte. Einfache Nachrichten, sehr langsam gesprochen, jede Woche eine neue Folge. Habe den Podcast abonniert und nutze die Transkripte fürs Dekodieren. Ein Hoch auf YLE!) Jedenfalls braucht man erstmal ein recht großes Maß an Eigenmotivation für diese Methode – vielleicht hat man jedoch das Glück und findet einen ebenso motivierten Tandempartner, mit dem man auf diese Weise arbeiten kann.

Das es wirklich was bringt, darüber gibt auch ein amazon-Kommentator Auskunft: „Innerhalb von 2 Wochen habe ich so gut Norwegisch gelernt, dass ich die schwedischen Nachrichten im finnischen Fernsehen recht gut verstanden habe.“ Noch Fragen?

(Ich selbst konnte noch nicht wirklich intensiv damit arbeiten. Ich werde aber, wenn ich etwas Erfahrung habe, hier nochmal ein Update schreiben).

ISBN: 978-3868822113
200 Seiten
mvg Verlag
€10,95
 

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan die Kategorie Ratgeber auf Besser lesen.

%d Bloggern gefällt das: